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Ausstellung "Liberales Hamburg?"

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LibHH-Cover Web"Liberales Hamburg? Homosexuellenverfolgung durch Polizei und Justiz nach 1945"

Am 22. Juli eröffnete um 19 Uhr in der Grundbuchhalle des Hamburger Ziviljustizgebäudes (Sievekingplatz 1) die Ausstellung zur Homosexuellenverfolgung nach 1945. Die Eröffnungsreden hielten Justizsenatorin Jana Schiedek, Polizeipräsident Wolfgang Kopitzsch und die beiden Initiatoren und Ausstellungsmacher Gottfried Lorenz und Ulf Bollmann.
Die Ausstellung arbeitete auf 27 Ausstellungstafeln die Haltung der Hamburger Polizei und Justiz zu Schwulen und Lesben in Hamburg zwischen dem Kriegsende und 1982 auf. Die Ausstellung war bis zum 1. September, Montags bis Freitags von 7:30 Uhr bis 19:00 Uhr, Samstags bis 14:00 Uhr geöffnet. Zudem gab es Führungen während der Pride-Week und zusätzliche Gruppenführungen konnten vereinbart werden:

Stolpersteine für homosexuelle NS-Opfer

Der Katalog zur Ausstellung ist natürlich im Buchladen Mänerschwarm und bei gaybooks erhältlich.

Ulf Bollmann, Gottfried Lorenz
Liberales Hamburg?

Kartoniert, 96 Seiten, 9,80 EUR

Die Verfolgung Homosexueller endete nicht mit Kriegsende. Auch nach 1945 galt der §175, der männliche Homosexualität unter Strafe stellte, unverändert in der vom NS-Regime verschärften Fassung weiter. Und so setzten auch Polizei und Justiz die Strafverfolgung nahezu unverändert fort. Zwar gab es keine Konzentrationslager und „freiwillige Kastrationen“ mehr; wer dieses aber vor 1945 erlitten hatte, war trotzdem von Entschädigungen ausgeschlossen, da Homosexuelle weiterhin nichts als Verbrecher waren.

„Liberales Hamburg? Homo­sexuellen­verfolgung durch Polizei und Justiz nach 1945“ ist der Begleitband zu der gleichnamigen Ausstellung in der Grundbuchhalle des Hamburger Justizforums im Sommer 2013.

Er hält die Ergebnisse dieser Ausstellung für die Forschung fest. In seinem Fokus stehen die Haltung der Hamburger Polizei und Justiz zu den Homosexuellen der Stadt. Dazu gehören nicht nur zahlreiche homophobe Maßnahmen, sondern auch Bemühungen Hamburger Juristen, den §175 StGB aufzuheben.

Der Band enthält eine Reihe erstmals veröffentlichter Abbildungen.

Die beiden Ausstellungsmacher von der Initiative Stolpersteine werden am 14. November im Buchladen Rückschau halten, zur Ausstellung und zum Begleitbuch erzählen und darüber hinaus neue Forschungsergebnisse vorstellen.