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"Finsterworld" Vorpremiere im Abaton

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FinsterworldAm Dienstag, dem 15. Oktober fand die Vorpremiere von "Finsterworld" im Abaton Kino statt. Die Regisseurin Frauke Finsterwalder, der Schriftsteller und Drehbuch-Co-Autor Christian Kracht sowie Darsteller des Filmswaren zu Gast und der Buchladen Männerschwarm mit einem Büchertisch vor Ort.

Der Film wurde mit Unterstützung der Furry-Community gedreht. Eine ganze Reihe von Fursuitern ist für einen Drehtag nach München gereist, um eine Furry-Convention nachzustellen.

Für die Vorpremiere des Films im Abaton hatten wir uns daher eine kleine Aktion ausgedacht. In Zusammenarbeit mit dem Fischer Verlag (in dem das Buch zum Film erscheint) konnten wir jedem Furry, der mit Tail oder im Partsuit in den Film kam, ein Filmbuch gratis überreichen.

Eine Signierstunde war mit Frauke Finsterwalder und Christian Kracht nicht explizit abgesprochen - tatsächlich waren die beiden aber begeistert über die Aktion und darauf, nach dem Film zu signieren. Auf ihrer Finsterworld-facebook-Seite hat sich Frauke explizit bei den Furrys bedankt: https://www.facebook.com/media/set/?set=a.344946518975900.1073741852.162049570598930&type=1

Zum Film:

Die manische Egozentrikerin Franziska Feldenhoven ist Dokumentarfilmerin. – Ihr Ehemann Tom ist „nur" Polizist, der versteht nix von Kultur und läuft lieber in Tierfellen 'rum. – Gelangweilte Schüler besuchen eine KZ-Gedenkstätte. – Unter ihnen Maximilian. Der findet: Es gibt keine Vorbilder in Deutschland. – Seine Eltern erwachen in einem Luxushotel und nichts ist ihnen recht. – Ein Einsiedler wandert durch die Wälder, schwimmt in einem See und pflegt eine Krähe ...

Frauke Finsterwalder (Regie) und Christian Kracht (Co-Drehbuch) zeichnen in absurden, komischen und manchmal herrlich kindlichen Szenen ein Bild von Deutschland. Dabei hilft eine profilierte Darstellerriege mit Sandra Hüller (als Dokumentarfilmerin), Ronald Zehrfeld (als Polizist), Corinna Harfouch und Bernhard Schütz (als Ehepaar ohne Gnade). Die Fassbinder-Darstellerin Margit Carstensen ist ebenso dabei wie die ganz frische Carla Juri aus den ,Feuchtgebieten'.

3862361800001ZDas Buch:

Frauke Finsterwalder/ Christian Kracht
Finsterworld
Taschenbuch, 208 Seiten, mit zahlreichen Filmbildern, 12,99 EUR

Das Buch zum Film „Finsterworld“ besteht vor allem aus dem Originaldrehbuch. 80 Szenen (hier Bilder genannt) werden mit sparsamen Regieanweisungen aneinandergereiht (5 davon gelangten nicht in den fertigen Film) und mit je einem Szenenfoto „illustriert“.
Sternförmig laufen die fünf, mitunter grotesken Handlungsstränge des Films aufeinander zu, treffen sich zu unterschiedlichen Zeitpunkten, und streben wieder auseinander. Da ist der Einsiedler, der einen Vogel gesund pflegt; der Fußpfleger, der sich in eine ältere Kundin verliebt; ein gewaltig aus dem Ruder laufender Schulausflug ins KZ; ein unausstehliches Ehepaar auf dem Weg nach Paris und nicht zuletzt das Coming-out des Polizisten Tom als Fursuiter (konsequent im gesamten Buch als Furry verallgemeinert).
Ergänzt wird das Drehbuch um Skizzen von Handlungsorten und Kostümen. Die Entwürfe für Toms Eisbären-Suit fehlen leider, wären sie doch die spannendsten gewesen. Die drei abschließenden Essays sind dafür hoch interessant. Für Dominik Graf ist Toms Erzählstrang der einzige Lichtstreif in einem sonst düsteren Film („Nur der „Furry“ lebt vielleicht noch ein bisschen länger als der Rest von uns, bewahrt ein wenig haltbare Zärtlichkeit unter der felligen Wärme...?“). Michaela Krützen sieht in Toms Beziehungsproblemen gar den Fixpunkt des Films, und nutzt diesen als Ausgangspunkt für einen Vergleich von „Finsterworld“ mit Antonionis Filmklassiker „L´Eclisse“. Nur Oliver Jahraus ist sich, in seinem auch sonst recht kruden Text, mit sich selbst uneins bei der Interpretation von Toms Leidenschaft und ihrer möglichen sexuellen Komponente.

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