Buchladen Männerschwarm

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Und wie weiter?

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Stirb und Werde! - Zukunftswerkstatt: Schwule Kultur für Hamburg

18. Februar 2015, 20 Uhr
Ort: Hein & Fiete, Pulverteich 21

Maennerschwarm
Vom 4. bis 24. Januar 2015 wird im Buchladen Männerschwarm der Ausverkauf stattfinden, und in der letzten Januar-Woche wird der Laden geräumt – dabei ist Hilfe sehr willkommen. Von den einst sieben Schwulen Buchläden in Deutschland existiert dann nur noch Eisenherz in der Motzstraße 23 in Berlin, und ein sehr kleiner (aber feiner) Erlkönig in der Nesenbachstraße 52 in Stuttgart. In Hamburg gibt es am Steindamm 105 weiterhin den Männerschwarm Verlag, der seine eigenen Bücher zwar gern auch an Privatkunden verkauft, aber das sind leider höchstens zwanzig Neuerscheinungen im Jahr.

Und dann? Wie soll es weitergehen, wie will sich Hamburgs queere Community in Zukunft mit Büchern und anderen Medien versorgen? Darüber möchten wir mit all denen ins Gespräch kommen, die Ideen, Tatkraft oder Geld für ein neues queeres Medienkaufhaus einbringen wollen.

Die Zeiten haben sich geändert. 1981, als der Männerschwarm gegründet wurde, gab es bereits einen Frauenbuchladen in Hamburg, dem man natürlich keine Konkurrenz machen wollte. Transidente und andere queere Themen spielten damals in der Schwulen- und Lesbenbewegung noch kaum eine Rolle. Die erste Frage muss daher wohl lauten: Macht es Sinn, am Konzept eines „schwulen“ Buchladens festzuhalten? In den letzten Jahren ist schließlich der „Frauenschwarm“ ein immer wichtigeres Standbein des alten Ladens geworden. Wenn es gelingt, einen Neubeginn zu ermöglichen, dann sollten daran wie beim CSD alle queeren Lebensweisen beteiligt sein.

Wurde 1981 noch ein realer Treffpunkt für Schwule und Lesben gebraucht, so haben sich heute viele Community-Funktionen ins Internet verlagert: viele Menschen ziehen es vor, im Internet zu kaufen, zu chatten, zu flirten und dort auch ihre Texte zu veröffentlichen - brauchen wir also überhaupt noch ein kulturelles Zentrum in der analogen Welt? Und wenn ja, wie soll es finanziert werden? Nachdem sich so viele Geschäfte ins Internet verlagert haben, ist ein rein kommerzielles Überleben in Zukunft sicherlich noch schwieriger als in der Vergangenheit. Sind die öffentlich geförderten Vereine UHA und Prävention bereit und in der Lage, auch kulturelle Themen in den Blick zu nehmen, und wenn ja: wie könnte das aussehen?

Der alte „Männerschwarm“ hat viele Funktionen gleichzeitig übernommen: er war ein für jedermann sichtbarer Ort, Anlaufstelle für Hamburger und Touristen, Informationspool über Medien aller Art und wichtiger Handelspartner für Verlage, die queere Medien produzieren. Natürlich kann man heutzutage Bücher, DVDs etc. auf vielen Wegen kaufen, aber immerhin muss man erst einmal davon erfahren. Die Stadtmagazine haben ihre Buchseiten in den letzten Jahren zumeist fast gegen null reduziert. Es ist fraglich, ob Eisenherz in Berlin als einzelner Buchladen den Kundenprospekt weiterhin wird produzieren können. Die queeren Verlage haben sicherlich ein Interesse daran, dass ihre Produkte weiterhin die Zielgruppe erreichen – was können sie tun?

Dies sind nur einige der Fragen, über die wir bei einem ersten Treffen reden sollten.

Wer im Vorfeld Fragen oder Anregungen loswerden möchte, wende sich bitte an mich: Joachim Bartholomae, Tel. 430 26 50 (tags), Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.