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Finsterwalder/ Kracht, Finsterworld

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VolkerVolker Wuttke empfiehlt:

Frauke Finsterwalder/ Christian Kracht

Finsterworld

Taschenbuch, 208 Seiten, mit zahlreichen Filmbildern, 12,99 EUR

 

Finsterworld

Das Buch zum Film „Finsterworld“ besteht vor allem aus dem Originaldrehbuch. 80 Szenen (hier Bilder genannt) werden mit sparsamen Regieanweisungen aneinandergereiht (5 davon gelangten nicht in den fertigen Film) und mit je einem Szenenfoto „illustriert“.
Sternförmig laufen die fünf, mitunter grotesken Handlungsstränge des Films aufeinander zu, treffen sich zu unterschiedlichen Zeitpunkten, und streben wieder auseinander. Da ist der Einsiedler, der einen Vogel gesund pflegt; der Fußpfleger, der sich in eine ältere Kundin verliebt; ein gewaltig aus dem Ruder laufender Schulausflug ins KZ; ein unausstehliches Ehepaar auf dem Weg nach Paris und nicht zuletzt das Coming-out des Polizisten Tom als Fursuiter (konsequent im gesamten Buch als Furry verallgemeinert).
Ergänzt wird das Drehbuch um Skizzen von Handlungsorten und Kostümen. Die Entwürfe für Toms Eisbären-Suit fehlen leider, wären sie doch die spannendsten gewesen. Die drei abschließenden Essays sind dafür hoch interessant. Für Dominik Graf ist Toms Erzählstrang der einzige Lichtstreif in einem sonst düsteren Film („Nur der „Furry“ lebt vielleicht noch ein bisschen länger als der Rest von uns, bewahrt ein wenig haltbare Zärtlichkeit unter der felligen Wärme...?“). Michaela Krützen sieht in Toms Beziehungsproblemen gar den Fixpunkt des Films, und nutzt diesen als Ausgangspunkt für einen Vergleich von „Finsterworld“ mit Antonionis Filmklassiker „L´Eclisse“. Nur Oliver Jahraus ist sich, in seinem auch sonst recht kruden Text, mit sich selbst uneins bei der Interpretation von Toms Leidenschaft und ihrer möglichen sexuellen Komponente.

"Finsterworld" Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

 

Gillen/ McKelvie, Young Avengers

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VolkerVolker Wuttke empfiehlt:

Kieron Gillen (Text)/ Jamie McKelvie (Zeichnungen)

Young Avengers

Kartoniert, 17 x 26 cm, vollfarbig, 128 Seiten, 14,95 EUR

 

Young Avengers

Das süßeste Superheldenpärchen des (Marvel-)Universums ist zurück! Eigentlich wollten Billy und Teddy, nach dem Tod von Freunden und Teamkollegen, nicht mehr ihren großen Vorbildern, den Rächern (Avengers) nacheifern und als Wiccan und Hulking gegen Superschurken kämpfen und die Welt retten. Als Billy seinem Freund eine Freude machen will und dessen tote Mutter aus einem Paralleluniversum herüberholt, setzt er aber eine Kette von Ereignissen in Gang, die die beiden unweigerlich wieder mit alten Gefährten und neuen Freunden zusammenführt und die Young Avengers erneut auf den Plan ruft.
So müssen Superhelden-Comics heute sein: Frische Geschichten, innovatives Seitenlayout, etwas Teenie-Herz-Schmerz, reichlich queere Charaktere sowie ein unverkrampfter Umgang mit ihnen; fetzige Action, Meta-Humor und ein heißer Außerirdischer, der zu 60er-Jahre-Rhythmen in Unterwäsche tanzt.
Schade nur, dass die Vorgänger-Serien der "Young Avengers" in Deutschland nicht so gut ankamen. Eine Übersetzung dieser neuen, fortlaufenden Serie ist daher sehr unwahrscheinlich.

Young Avengers bestellen.

 

Schairer, Wir werden niemals darüber reden

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Jenny Lewandowski empfiehlt:

Carolin Schairer

Wir werden niemals darüber reden

Kartoniert, 314 Seiten, 17,95 EUR

Schairer, NiemalsIsabell, Angestellte in einem Kundenzentrum für Elektrogeräte, lebt seit Jahren in Einsamkeit. Sie kann sich kaum an ihre Kindheit erinnern. Jan, ihr Bruder, ein angesehener Kardiologe, lebt mit seiner Frau und seinen beiden Kindern in Berlin. Als die Oma stirbt, treffen sie sich nach vielen Jahren wieder und alte Wunden brechen auf. Eine Familientragödie, die bereits im Jugendalter der Mutter beginnt, lässt Isabells eigene Erinnerungen wieder aufleben.

Der Roman ist weniger ein Krimi, sondern mehr eine Familientragödie. Ungeachtet dessen ist der Roman ganz spannend. Anders als bei vorangegangenen Romanen von Caroline Schairer kommt es kaum zu Intimitäten zwischen zwei Frauen, lesbische Beziehungen werden hier nur kurz angerissen.

"Wir werden niemals darüber reden" auf lesbianbooks.de bestellen.

 

 

Frank, Aruns Geschichte

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hajueqHans-Jürgen Köster empfiehlt:

Martin Frank

Aruns Geschichte

Gebunden mit Schutzumschlag, 334 Seiten, 19,00 EUR

Indien 1975, in einer kleinen Universitätsstadt südlich von Madras: Der junge Brahmane Arun beginnt sein Musikstudium ohne einen Pfennig in der Tasche, nicht einmal Essen kann er kaufen oder sich gar ein Zimmer leisten. Als er durch glückliche Fügung Dolmetscher für den reichen Auslandsstudenten Ernst wird, ist seine finanzielle Not erst einmal behoben, denn der Weiße geht mit seinem Geld verschwenderisch um. Als "Gegenleistung" erwartet Ernst von Arun etwas mehr als Freundschaft, während sich Arun wiederum seinem Wohltäter verpflichtet fühlt. Was dann beginnt, beschriebe die facebook-Generation mit "es ist kompliziert": eine Beziehungsgeschichte, die sich bekannten Kategorien entzieht. Die beiden Studenten sind in ihrem Verständnis von Berührungen und Codes, in dem, was sagbar ist oder nicht, zu unterschiedlich, als dass sie sich über die Grenzen, die ihre Kultur und Erziehung ihnen je gesetzt haben, aufeinander abstimmen könnten.

"Aruns Geschichte" wird dann doch noch zu einer romantische Liebesgeschichte im Konflikt der Kulturen, wie sie ein E.M. Forster nicht besser hätte erzählen können - wenn auch die Liebe anderswo hinfällt als erwartet. Martin Frank lebte selbst längere Zeit in Indien, wo er Hindi, Urdu und Tamil lernte; sein Roman aus der Perspektive des indischen jungen Mannes wirkt nicht zuletzt deshalb so authentisch, weil man Franks Kenntnisse und seine Liebe zur karnatischen Musik im Besonderen und dem Land selbst in der Erzählung wiederfindet. Der Roman führt seine Leser auf eine Reise durch ein postkoloniales Indien, durch Kastenwesen, Religionen und Musiktraditionen, er lässt sie teilhaben am Reifeprozess eines von Widersprüchen bestimmten jungen Mannes. Was "Aruns Geschichte" aber zu dem Roman macht, den man noch nicht gelesen hat, ist dessen vielschichtige, individuelle Schilderung von Differenz. Darin ist er - nicht nur, aber auch im Dialog der Kulturen - hochaktuell.

(so auch veröffentlicht im Hamburger Abendblatt vom 17.1.2013)

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