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Fearn/ Kleist u.a., Bettgeschichten

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VolkerVolker Wuttke empfiehlt:

Naomi Fearn (Hg.), Reinhard Kleist (Hg.)

Bettgeschichten
Comics für Erwachsene

Kartoniert, 19 x 25,5 cm, durchgehend farbig, 106 Seiten, 20,00 €

 

associated student bodies yearbook

"Bettgeschichten" ist eine Anthologie, wie sie der deutsche Comicmarkt noch nicht gesehen hat. 18 der aktuell besten deutschsprachigen Comicautor_innen, Illustrator_innen und Webcomic-Schaffenden haben sich des Themas Sex angenommen. Herrausgekommen ist eine pansexuelle, lebens- und sexbejahende, oft witzige, oft erregende Sammlung von Kurzcomics und Illustrationen, voller Ideen und fantastischer Szenarien. Von denen allerdings die wenigsten im Bett stattfinden...

Dem schwulen Leser mag dabei die Punker-Geschichte von Reinhard Kleist („Die Turbojacke“) auffallen, im dem der für seine biographischen Comics bekannte schwule Autor mal so richtig „vom Leder zieht“. Mir persönlich gefiel der Kurzcomic „Furry-Disco“ am besten, ist es doch der wohl erste „Furry-Comic“ für Erwachsene, der je in einer deutschen Anthologie veröffentlicht wurde. Ein junger Fuchs auf der Suche nach seiner Prinzessin für eine Nacht, lässt sich darin auf ein homosexuelles (und „SM-iges“) Abenteuer ein. Genauso wie dieser Fuchs sollte sich jeder Leser auf diese Anthologie einlassen. Sie ist so vielfältig wie die (menschliche) Sexualität selbst und vermag wohl jedem die ein oder andere neue Facette aufzeigen. Tellerränder sind zum Drüberschauen da!

 

 

-- zum Vergrößern auf eine der Abbildungen klicken --


Eine Lieferung per Versand ist nicht möglich. Gibt es nur bei uns im Laden! Wir legen Ihnen aber gerne ein Exemplar Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. bereit.

 

Frank, Aruns Geschichte

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hajueqHans-Jürgen Köster empfiehlt:

Martin Frank

Aruns Geschichte

Gebunden mit Schutzumschlag, 334 Seiten, 19,00 €

Indien 1975, in einer kleinen Universitätsstadt südlich von Madras: Der junge Brahmane Arun beginnt sein Musikstudium ohne einen Pfennig in der Tasche, nicht einmal Essen kann er kaufen oder sich gar ein Zimmer leisten. Als er durch glückliche Fügung Dolmetscher für den reichen Auslandsstudenten Ernst wird, ist seine finanzielle Not erst einmal behoben, denn der Weiße geht mit seinem Geld verschwenderisch um. Als „Gegenleistung“ erwartet Ernst von Arun etwas mehr als Freundschaft, während sich Arun wiederum seinem Wohltäter verpflichtet fühlt. Was dann beginnt, beschriebe die facebook-Generation mit „es ist kompliziert“: eine Beziehungsgeschichte, die sich bekannten Kategorien entzieht. Die beiden Studenten sind in ihrem Verständnis von Berührungen und Codes, in dem, was sagbar ist oder nicht, zu unterschiedlich, als dass sie sich über die Grenzen, die ihre Kultur und Erziehung ihnen je gesetzt haben, aufeinander abstimmen könnten.

„Aruns Geschichte“ wird dann doch noch zu einer romantische Liebesgeschichte im Konflikt der Kulturen, wie sie ein E.M. Forster nicht besser hätte erzählen können – wenn auch die Liebe anderswo hinfällt als erwartet. Martin Frank lebte selbst längere Zeit in Indien, wo er Hindi, Urdu und Tamil lernte; sein Roman aus der Perspektive des indischen jungen Mannes wirkt nicht zuletzt deshalb so authentisch, weil man Franks Kenntnisse und seine Liebe zur karnatischen Musik im Besonderen und dem Land selbst in der Erzählung wiederfindet. Der Roman führt seine Leser auf eine Reise durch ein postkoloniales Indien, durch Kastenwesen, Religionen und Musiktraditionen, er lässt sie teilhaben am Reifeprozess eines von Widersprüchen bestimmten jungen Mannes. Was „Aruns Geschichte“ aber zu dem Roman macht, den man noch nicht gelesen hat, ist dessen vielschichtige, individuelle Schilderung von Differenz. Darin ist er – nicht nur, aber auch im Dialog der Kulturen - hochaktuell.

(so auch veröffentlicht im Hamburger Abendblatt vom 17.1.2013)

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