Buchladen Männerschwarm

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Über uns
Zur Zeit der Männerschwarm-Gründung sollte der Laden den Schwulen ihre eigene Geschichte und kulturelle Identität zugänglich machen, ähnlich, wie es die Frauenbuchläden versuchten. In kleinen Verlagen erschienen politische Schriften mit großartigen Ansprüchen, die in den existierenden Buchhandlungen nicht erhältlich waren. Ein schwuler Buchladen sollte das Informationsmonopol der fünfzigjährigen unverheirateten kulturbeflissenen Buchhändlerinnen brechen, und das war natürlich eine ganz entschieden politische Angelegenheit. Dementsprechend verstanden wir uns als politisches Projekt und nicht als wirtschaftliche Unternehmung, Gehälter wurden in den ersten Jahren nur vereinzelt und mehr symbolisch gezahlt. Trotzdem ist der Buchladen eine GmbH.

Seit Anfang der 80er Jahre hat sich viel geändert. Der letzte der Ladengründer wechselte 1986 in die Aidsberatung, die jetzige Mannschaft hat die ersten Jahre nicht selbst miterlebt. Als die schwungvolle Schwulenbewegung der späten 70er/ frühen 80er zuende ging, änderten sich auch die Erwartungen der Kunden und Kundinnen an den Buchladen. Inzwischen macht die Versorgung der Leser und Leserinnen mit schwulen und lesbischen Romanen aus aller Welt den größten Teil unseres Geschäfts aus.

Im zweiten Jahrzehnts des neuen Jahrhunderts sind wir immer noch ein sogenanntes „selbstverwaltetes Projekt; wir haben vor 20 Jahren begonnen, selbst Bücher zu verlegen, zeitweise boten wir einen schwulen Ausbildungsplatz für den Buchhändlerberuf; der lesbische Anteil unseres Sortiments ist steig gewachsen. Im Versand versorgen wir Kunden und Kundinnen in der ganzen Bundesrepublik und darüber hinaus; außer Büchern verkaufen wir seit jeher Postkarten, und seit etlichen Jahren DVDs.

Einerseits verkörpern wir den Typ der klassischen guten Buchhandlung, die es heute kaum noch irgendwo gibt: wir kennen unser Sortiment, beraten Kunden und Kundinnen und wehren uns gegen die anonymen Kaufhäuser. Andererseits sind wir ein schwul-lesbischer Treffpunkt, eine Infobörse, die auch nach der Gründung von „Hein&Fiete" nicht an Attraktivität eingebüßt hat. Wir mögen die Kunden und Kundinnen am liebsten, die unbefangen sagen, was sie wollen, und die nicht nach ein paar skeptischen Blicken erhobenen Hauptes den Laden wieder verlassen. Sonderwünsche sind auch für uns besonders interessant, egal ob jemand „eine Liebesgeschichte sucht, die in den 60er Jahren in Gütersloh spielt, und in der eine böse Mutter vorkommt, die von einer Dampfwalze überfahren wird", oder um „ein handsigniertes Exemplar der amerikanischen Erstausgabe von Staaten der Sehnsucht". Irgend etwas fällt uns immer dazu ein.






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