Über Max und Milian

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mumWie es in München aussieht: Thomas Ott schreibt im aktuellen "DiCKen":

In der SISSY (der mehr als lesenswerten Zeitschrift zum Thema "schwul-lesbischer Film" mit dem blöden Untertitel "Homosexual's Film Quarterly") gab's im Sommer eine gar wunderbare Liebeserklärung der (Münchner) Autorin Christ ine Wunnicke an Max & Milian, überschrieben mit "Halleluja, die gibt's noch!" Da war ich in Stuttgart ganz neidisch ...

Leider hat's sich mittlerweile mit dem Halleluja, denn Max & Milian musste im Juli Insolvenz anmelden. Seither geht der Verkauf unter Aufsicht eines Insolvenzverwalters weiter, was nach aktuellem Stand der Dinge bis Ende des Jahres der Fall sein wird. Dann ist, wenn sich kein kleines Wunder ereignet, Schluss mit lustig, und München reiht sich ein bei Köln, San Francisco und New York: auch dort sind in den letzten Jahren schwule Buchläden verschwunden ...

Max & Milian selbst schreibt:

"Leider gibt es für Buchläden keine Rettungsschirme wie z.B. für europäische Staaten oder Großbanken, so dass wir den Fakten ins Auge sehen müssen: seit Jahren rückläufige Umsätze haben zu der Situation geführt, dass Max & Milian jetzt schließen muss. Erste Reaktionen aus dem Internet zeigen auf, wo wir stehen. So meint ein Facebook-Mit glied, dass die Schließung von ein paar(!) schwulen Buchläden eben in Kauf genommen werden muss als Preis der gesellschaftlichen Normalität, die Schwule und Lesben jetzt doch erreicht hätten ...

Allerdings schließt Max & Milian nicht sofort: Wie diejenigen von Euch, die noch gelegentlich bei uns vorbeischauen gemerkt haben, geht der Verkauf momentan weiter. Ein Insolvenzverwalter kontrolliert die geregelte Abwicklung der Geschäfte mit dem Ziel, den Schaden für alle Betroffenen möglichst gering zu halten. Ihr könnt also nach wie vor bei Max & Milian einkaufen, auch Bestellungen können wir wie ge wohnt ausführen. Mit anderen Worten: jedes verkaufte Buch, jede DVD, die über den Ladentisch geht, hilft den Schuldenberg abzutragen ...

Ein großes Dankeschön gilt natürlich all jenen, die über Jahre hinweg Max & Milian die Treue gehalten haben, ihre Bücher, Postkarten, Zeitschriften, CDs und DVS hier gekauft und bestellt haben, zu unseren Lesungen und anderen Veranstaltungen gekommen sind. Kurz: den schwulen Buchladen dieser Stadt als etwas begriffen und benutzt haben, wofür wir, die Macher, ihn immer sahen: ein Stück schwule Kultur für München und darüber hinaus der gesamten schwul-lesbischen Szene dieser Region."

Machen wir's kurz: München wird NICHT wärmer ohne Max & Milian.

Wir werden Euch vermissen, lieber Jan und liebe Miriam!!

Thomas Ott

P.S.: Noch wird nach Möglichkeiten gesucht, eine dauerhafte Weiterexistenz zu erreichen. Was sich diesbezüglich tut, steht allerdings noch in den Sternen ...