Klaus Berndl:
Feindberührung
Roman
Broschiert,
148 Seiten
ISBN 3 935596 62 6
vergriffen
Pressestimmen
zum Autor
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Im Krieg, im November - eine Liebe
Anderthalb Tage verbringen Müller und Gromow in einem Kellerloch. Über ihren Köpfen bekämpfen sich Deutsche und Russen, aber die Eingeschlossenen müssen zusammenhalten, um zu überleben. Keine leichte Aufgabe, wenn man die Sprache des andern nicht versteht. Und es geht nicht nur ums Überleben: Klaus Berndl beschreibt, wie es von Feindseligkeit ganz allmählich zu "Feindberührungen" kommt, wie zwei Männer im Schutz ihres Verstecks Vertrauen zueinander finden und beim Andern die Wärme suchen, die der Krieg ihnen genommen hat. Das ist in einer unbeirrt poetischen Sprache erzählt, die der Absurdität des Geschehens über und unter der Erde eine fast surreale Präsenz verleiht.
"Schnee stob die Stufen herab, wie in Atemzügen, als schnaubte ein Drache in das Loch. Sie starrten auf die Treppe. Warteten, waren bereit; warteten bereit. Schielten nach dem zitternden Metall in der Faust des Anderen, glänzend die Schneide, matt der Lauf. Und sie ließen die Treppe nicht aus den Augen. Der letzte Donner verhallte; der allerletzte Donner war verhallt. Der Deutsche drehte den linken Fuß. Der Russe drehte den rechten Fuß. Der Deutsche atmete tief durch. Der Russe bog den Kopf in den Nacken, mit offenem Mund. Streckte die Beine aus. Und auch der Deutsche streckte die Beine lang. Der Russe kletterte auf allen vieren vom Bett. Zwang ein Gähnen hervor, räkelte sich. Der Deutsche, der reckte sich noch im Sitzen. Wie gleichgültig sahen sie sich um. Da waren ihre Hände wieder leer, die Waffen verschwunden. Da hoben sie die Köpfe."
In ihrer bildhaft-körperlichen Sprache entwickelt diese Fiktion eine beklemmende Wirklichkeit. Ansetzend im ersten Weltkrieg, ist sie bald schon nicht mehr zeitlich festzumachen, tastet sie sich in Gegenwart und Vergangenheit gleichermaßen vor, und so absurd die Szenerie auch scheinen mag, so real möglich ist das Geschehen doch, aller heutigen Propaganda von chirurgisch-präzisen Militärschlägen zum Trotz. Wenn der Krieg zum Alltag gehört, dann verkörpert er die feindliche Umwelt in höchster Potenz. Im Kampf gegen diese Umwelt entfaltet Berndl die Vision einer selten schönen Liebesgeschichte.
Ein großes kleines Werk, ... macht neugierig auf mehr vom Autor Berndl.
Rolf G. Klaiber in Up-town 2/2005
Mit kaltem Blick, mit gezügelter Emotionalität und mit einer fast manischen Detailversessenheit, die sich auf die paar Gegenstände, mit denen die Männer hantieren, genauso erstreckt wie auf die sie umgebende Natur sowie auch auf die Sprache, in der hier erzählt wird, ist es diesem Debütanten gelungen, einen Mikrokosmos in heilloser Zeit vor uns hinzustellen. Doch nicht nur in formaler Hinsicht ist diese Prosa reizvoll, wiewohl vor der Gefahr des Formalismus nicht ganz gefeiht. Der in Berlin lebende gebürtige Oberbayer vermag auch eine packende menschliche Begegnung zu gestalten. So reduziert diese auch ausfällt; sie beweist, daß es immer etwas geben wird, das sich über noch so große Zwänge in noch so ausweglosen Situationen hinwegsetzt: die Empfänglichkeit für den Eros. Klaus Berndl ist ein Name, den man sich wird merken müssen.
Tilman Krause in Die Welt 15. Januar 2005
Das Romandebüt des Berliners Klaus Berndl ist stilistisch ganz jener Epoche verpflichtet, in der die Handlung angesiedelt ist: dem Ersten Weltkrieg und dem deutschen Expressionismus. (...) "Feindberührung" ist dabei nicht nur ein sprach-, sondern auch sehr formbewusstes Stück Literatur. In kurzen, jeweils mit der minutengenauen Uhrzeit überschriebenen Szenen zoomt sich Berndl bei einem nicht näher bestimmten Gefecht zwischen Deutschen und Russen an zwei Soldaten heran, die das Schicksal im Keller eines zerstörten Hauses zusammenführt und in den Trümmern einschließt. (...) Berndl erliegt dabei aber nicht der Gefahr, in schwulem Liebeskitsch zu versinken oder ein weltfremdes Idyll in Mitten des Schlachtfelds erstehen zu lassen. Dies verleiht seinem Roman trotz der bisweilen absurden wie surrealen Situationen geradezu die Aura eines authentischen Dokuments.
Axel Schock in Hinnerk
So fremdartig und fern dem Leser Klaus Berndls kompromisslos poetischer Stil in "Feindberührung" zunächst erscheint, so untrennbar stimmig und nah wird dieser mit fortschreitender Lektüre zum mitreißenden Trägerstoff eines außergewöhnlichen Textes. (...) Eine trotz aller Gewalt hoffnungsvolle Parabel auf die Macht der Liebe in Zeiten kollektiven Wahns.
Siegfried Straßner in NSP
Lässt man sich auf den Stil ein, wird man das Buch verschlingen.
Adam
Berndls erster Roman, der hart zupackt und gerade deshalb nicht mehr loslässt.
Box, Dez. 2004
eiskalt realistisch
Jens Brodzinski in Männer aktuell
Berührend - sanft - human. Lesen!
Mario Reinthaler in Xtra
... sein erster Roman, der hart zupackt.
Toni Fibinger in rosalila
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