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Die Sterne ein Haufen geglückter Gesichter
Fernab literarischer Modetrends gestaltet Marcus Brühl den Ausdruck seiner Wahrnehmungen und Empfindungen. Seine Gedichte malen Landschaftsbilder und beschreiben Begegnungen, nehmen an alten Dingen und Gefühlen neue Farben war. Er spricht von Sehnsucht und Einsamkeit, hat "alles geputzt", hört Türen schlagen und entdeckt in den Sternen "geglückte Gesichter". Seine Stimmungsbilder sind selbstvergessen, nüchtern, und immer auf der Suche nach dem perfekten Moment: "das Zimmer/ füllt sich und blicke/ perlen von den wänden."
"Spielzeug" ist eine Einstiegsdroge für Leser, die Pathos nicht mögen und deshalb Gedichtbände mit spitzen Fingern anfassen, Freunde der sprachbewussten kleinen Form entdecken eine erfrischend neue Stimme. Wer Brühls erfolgreichen Debutroman "Henningstadt" gelesen hat, wird den sympathischen Tonfall des Autors wiedererkennen, diese besondere Mischung aus Melancholie und leisem Humor.
den winter im Mantel
kommst du den berg hoch
trittst ein
legst ab
und überall in der Wohnung
ist Winter
willkommen
Ich bin fasziniert, wie Marcus Leidenschaft und Unruhe lakonisch auf einen poetischen Punkt bringt. Manchmal dachte ich an die frühen Texte von Detlev Meyer. "Heute Nacht im Dschungel", diese kesse Balance zwischen Schwermut und Übermut ist bei beiden Dichtern ähnlich.
Mario Wirz
... hat sich den Luxus geleistet, einen Lyrikband zu veröffentlichen - mit dem schönen Titel "Spielzeug". Man sitzt beim Lesen ein bisschen hilflos davor - so ist das mit Gedichten: ein Spiel, dessen Regeln man nicht kennt. Die Sprache erschließt sich nicht so schnell, man muss sich Zeit nehmen, wie beim Yoga oder Meditieren. Dann beginnen die Sätze zu glänzen.
Siegessäule
Mit seinem feinfühligen und spielerischen, aber niemals aufgesetzten und gekünstelten Umgang mit Sprache, mit seinen bei aller Reduziertheit bildreichen Farbigkeit gelingt es Marcus Brühl rasch, den Leser in seine sensible Gedankenwelt zu entführen.
Siegfried Straßner in NSP
Schwülstig ist sein Sprachstil wirklich nicht. Im Gegenteil.
Adam
Verblüffend organisch ist die Symbiose dieser Bilder mit den Gefühlen und Erinnerungen des Autors. Es lohnt sich, gar weitere Male einen Blick auf das "Spielzeug" zu werfen. Seine Zeilen animieren dazu, die eigenen Gefühls-Landschaften zu entwerfen.
Die Besten
tho . großer räuber! die zeit sinkt . die sonne pfeift deinen namen
nach welcher weise entscheidest du
weit ist die see . hoch gehn die wogen . wir fahren auf sonnenwinden längs entlang
zisch ab! für mich bist du gestorben! du bist luft für mich!
und wir wissen beide was hier geatmet wird
neben der nacht ist ein hallender tag . der schaut zu der glanz in der sonne der rotton am mond . die sterne ein haufen geglückter gesichter
und du nichts zu tun
den winter im mantel kommst du den berg hoch trittst ein legst ab
und überall in der wohnung ist winter willkommen
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