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Walter Foelske

Cousin Cousin

Roman
ISBN 3 928983 49 0
geb., 264 S., EUR (D) 6,40

Pressestimmen

zum Autor

  Foelske


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Konrad und Rudolf lernen sich auf einem Gartenfest kennen, zwei Cousins im Alter von 25 und 14 Jahren. Rudolf ist verlobt und ein umtriebiger Weiberheld, aber trotzdem funkt es sofort zwischen den beiden. Von Samstag bis Donnerstag jagt Walter Foelske seine zahlreichen Figuren hektisch durch Höhen und Tiefen, bis die Cousins endlich zueinander finden. Aber dem Happy end steht die bürgerliche Verlogenheit Rudolfs im Weg.


Pressestimmen

„Foelskes Charaktere sprechen und agieren abgehoben und entrückt, bisweilen auch ungefiltert impulsiv, auf jeden Fall unmöglich. Vordergründig wirkt das einfach hinreißend komisch. Doch die ironische Überhöhung und die Erlaubnis zur Untat ermöglichen den Figuren außerdem, Nöte und Regungen zu artikulieren, von denen in realitätsnah konstruierten Geschichten geschwiegen werden muß. So gestatten hier geschraubte Worte und groteske Handlungen auf unterhaltsame Weise einen neuen Blick auf durchaus realistisch geplagte Seelen."
Holger Wicht in „Rosa Zone"

Die „Lindenstraße" und Walter Foelske kommen beide aus Köln. Und in der Tat: wer die smarten, jungen Leute auf dem Cover von „Cousin Cousin" betrachtet und die Handlung voller erotischer Verwicklungen und familiärer Konflikte erzählt bekommt, könnte wirklich denken, daß es sich um eine Seifenoper in Buchform handelt. Spätestens allerdings, wenn man die ersten Seiten liest und sich in die eigenwillige Ironie, die rasante Dynamik und die hochartifizielle Gestaltung des Textes hineinzufinden beginnt, wird klar, daß der Verlag mit der Covergestaltung augenzwinkernd eine falsche Fährte legt, daß der Autor sich mit dem Genre „Soapopera" allenfalls einen literarischen Spaß erlaubt.
Im Zentrum des Romans stehen die beiden Cousins Konrad und Rudolf. Ersterer, vierzehn Jahre alt und zum ersten Mal bis über beide Ohren verliebt, kämpft mit aller Kraft um Rudolfs Liebe und versucht, notfalls Mut für zwei zu haben. Indem er die scheinheilige Toleranz der Erwachsenen mit der ungebremsten Wucht seines sexuellen Verlangens konfrontiert, ist er die treibende Kraft der Geschichte. Rudolf andererseits ist der Zögerer, der unsichere Kandidat, der sich zwischen Sicherheit und Leidenschaft entscheiden muß: Eheschließung mit seiner Verlobten Anna oder schwules Coming-Out.
Das Besondere an „Cousin Cousin" ist die Art, wie es geschrieben ist. Foelske erzählt seine Geschichte als modernen „Sommernachtstraum", in dem die unter der dünnen Decke der Gutbürgerlichkeit schlummernden Leidenschaften für ein paar Tage entfesselt sind. Er steigert das Tempo ins Atemberaubende, setzt seine Figuren unter ständigen Hochdruck, wie in einem Dampfkochtopf. Sie deklamieren und rezitieren sich um Kopf und Kragen, offenbaren mit operettenhaftem Pathos Dinge, die man zwar so nicht sagen würde, aber oft nur all zu gut kennt, und Foelske schlägt aus dieser Liebesraserei Funken, ein wahres Feuerwerk von hoher Komik, spröder Poesie und jäher Erkenntnis.
Wer Walter Foelske kennt, mag von „Cousin Cousin" überrascht sein. Sein letzter Roman „Im Wiesenfleck" war ein monströser, an Thomas Bernhard erinnernder Monolog über ein von Gewaltphantasien und Selbstablehnung bestimmtes Leben, eines der sprachgewaltigsten, aber auch verstörendsten schwulen Bücher der letzten Jahre. Vor diesem Hintergrund erscheint der nun vorgelegte, so gänzlich andere Roman fast wie ein persönlicher Befreiungsschlag des Autors: die Wiederentdeckung des lust- und humorvollen, spielerischen Umgangs mit Sprache, die mal atemlos, mal grotesk komisch, dann wieder, in der wunderbaren, zwanzig Seiten langen Liebesszene, voll knisternder Erotik sein kann.
Tobias Völker in "Hinnerk"

 
 


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