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Magnus Hirschfeld (1868-1935), vor allem bekannt als Schriftsteller und Pionier der Sexualwissenschaft, war jüdischer Herkunft, sozialdemokratischer Reformpolitiker, Repräsentant der Schwulenbewegung am Beginn des 20. Jahrhunderts und unermüdlicher Agitator gegen den § 175. Er wurde verehrt und verfolgt, gefeiert und angefeindet. 1931 sah er sich genötigt, Deutschland zu verlassen; er starb im Exil. Manfred Herzers Biografie wurde für die Neuauflage durchgehend überarbeitet und um ein Kapitel über die "Hirschfeld-Forschung in den neunziger Jahren" ergänzt. Der neu gestaltete dokumentarische Teil enthält bisher unbekannte Zeugnisse.
Er war ... Realist, Tatsachenkopf, Mann der direkten Methode, Deskriptor, Empiriker. ... ein Aufklärer war er ... Beschreiber und Ordner von Tatsachen, auf die bis dahin der Blick gemeinhin nicht fiel noch fallen mochte. Manfred Herzer, geb. 1949, lebt als Bibliothekar in Berlin, Herausgeber von Capri - Zeitschrift für schwule Geschichte.
PressestimmenEs ist die einzige deutschsprachige Biographie über den schwulen Sexualwissenschaftler , der zu Beginn des 20. Jahrhunderts versuchte, sexualpolitisch aufzuklären und vehement gegen den Paragraf 175 kämpfte (Herzers)Standardwerk gibt auch Einblick darüber, wie Medizin, Psychoanalyse, Politik (insbesondere der Faschismus und die Sozialdemokratie) sich zu Lebzeiten Hirschfelds zur Homosexualität verhielten. Die Neuausgabe wurde um bisher unbekannte Zeugnisse sowie um ein Kapitel über die "Hirschfeld-Forschung in den neunziger Jahren" erweitert. Als Geschichtsbuch für diejenigen interessant, die nicht glauben können, dass es vor "Stonewall" auch schon schwules Leben gab. Unverzichtbares Buch für alle an Bewegungs- und Wissenschaftsgeschichte Interessierten! Es ist die einzige deutschsprachige Biografie über den schwulen Sexualwissenschaftler ... Pressestimmen zur Erstausgabe Manfred Herzer versucht im Stile einer biographie intellectuelle, das Werk des Sexualwissenschaftlers und das Wirken des Sexualreformers (weniger mithin sein Leben) wieder vor Augen zu führen. (...) Der Untertitel des Buchs - "Leben und Werk eines jüdischen, schwulen und sozialistischen Sexologen" - mag ein wenig denunziatorisch klingen. Er erinnert jedoch nicht nur an die unsägliche Propaganda, der sich der Doktor seitens der Nazis ausgesetzt sah. Er markiert auch die Pole, zwischen denen er seinen Weg finden musste, deutet auf die Macht der Vorurteile, die ihm auch von seinen Mitstreitern entgegengebracht wurden. Hirschfeld kämpfte für die Belange der Homosexuellen, war selbst ein schwuler Mann, doch hat er sich nicht öffentlich dazu bekannt. Er war Mitglied der SPD, hatte Kontakte zu den Kommunisten, und doch ergaben sich gerade in der Homosexuellenfrage auch Konflikte mit der politischen Linken. Er war jüdischer Herkunft, ohne sich als gläubigen Juden zu begreifen, und doch brandmarkte die Schwulenzeitschrift "Der Eigene" seine "orientalische Einstellung", betonte, dass er "als Jude der ungeeignetste Führer einer Bewegung gegen den § 175" sei. (...) © Männerschwarm - 1999 - 2012 -Lange Reihe 102 - 20099 Hamburg |