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Pauls
Handbuch für Meister

gebunden, 160 Seiten,
17,00 EUR
ISBN 3 935596 18 9

Pressestimmen

zum Autor

Pauls Bücher


portofrei bestellen bei www.gaybooks.de

Autorität und Verantwortung -
Innenansichten über die Faszination an der Beherrschung

In der SM-Beziehung übernimmt er die Verantwortung für seinen Sklaven, er ist Vorbild, Lehrer, Freund und strenger Erzieher in einer Person. Seine Aufgabe ist es, Situationen zu schaffen, in denen der Sklave sich fallen lassen, seine eigene Persönlichkeit aufgeben und sich an neue Grenzen führen lassen kann. Der Autor beschreibt die verschiedenen Rollen des Meisters, erklärt die Grundlage seiner Autorität und gibt Tipps für fantasievolle Inszenierungen.

Mit diesem Band präsentieren wir das Gegenstück zum "Handbuch für Sklaven", das im Herbst 2002 erschienen ist. "Pauls" Ratgeber richten sich gerade an solche Menschen, die sich über ihre erotischen Vorlieben klar werden oder ganz einfach mehr über ein Leben mit SM wissen wollen.
Dieser Titel kann bei Libreka Volltextsuche teilweise eingesehen werden.


Pressestimmen

Wer auf läppische Fesselspielchen steht, ist hier falsch.
Michael Prenner in Our Munich 7/03

... ein Standardwerk auf dem Weg zum anerkannten Meister in sadomasochistischen Beziehungen. Nicht nur routinierte Sklaventreiber, auch Neulinge und selbst heterosexuelle Neugierige stoßen auf Wissenswertes: von den verschiedenen Rollen, die ein "souveräner" Meister bewältigen muss, bis zu aufwändigen Szenarien zwischen dem Gespann.
eurogay 4/2003

Die Praxistipps sind, wie immer bei Paul, große Klasse - ich schätze seinen fachkundigen Umgang mit vielerlei Spielzeug. Es gibt eine Unzahl an Praktiken und Anregungen, die wirklich Lust auf einen Einbau derselbigen in eine eigene Session machen. Er ist unbestritten ein glaubwürdiger Meister seines Metiers.
Schlagzeilen, Juni 2003

Auf wilde Prügelstorys oder dumpfe Sexratgeberallüren verzichtet er und breitet förmlich, sachlich, bildhaft und diskutierend über den Leser das Kompendium des SM aus.
gay-thueringen.de


PAUL - EIN MEISTER AUS DER SICHT SEINER SKLAVEN

Ich habe vier meiner ehemaligen Sklaven gefragt, ob sie nicht aus ihrer Sicht einen Beitrag zu dem Handbuch für Meister schreiben wollen. Es sollten die persönlichen Eindrücke über ihren ehemaligen Erzieher und Herrn sein, die verdeutlichen würden, wie es ein Meister schafft, seine Sklaven in seinen Bann zu ziehen, und warum sie sich gerade mir untergeordnet haben. Leider haben zwei ihre zugesagten Beiträge zurückgezogen. Schade. Aber die anderen beiden sind umso interessanter. Darum sei ihnen hier zum Schluss ein kleiner Platz gewährt.

DER MEISTER
VON IKM

Ich war das erste Mal hier und die Stadt gefiel mir auf Anhieb. Hatte ich eine Wegbeschreibung bekommen oder mir einen Stadtplan gekauft, ich weiß es nicht mehr. Auf jeden Fall stand ich jetzt hier in einem grünen, ruhigen Hinterhof vor der Haustür, suchte das Namensschild und drückte schließlich auf die Klingel. Natürlich war ich aufgeregt, immerhin wollte ich mich heute einem SM-Meister vorstellen. Doch keine Reaktion. Seltsam, ich war doch pünktlich, so wie es sich gehört. Ich versuchte es nochmals und wartete. Gerade als ich überlegte, was ich tun sollte, und bevor sich Panik oder Enttäuschung breit machen konnten, betrat jemand den Hof. Keine Frage, das musste er sein: groß, stämmig, graue Haare, Lederhose und schwarzes T-Shirt; eine Papiertüte in der Hand. Dann stand er vor mir, lächelnd, sympathisch und Dominanz ausstrahlend ...

Das war der Beginn einer dreieinhalbjährigen, geilen und äußerst intensiven SM-Beziehung. Aber eigentlich hatte alles schon ein paar Wochen vorher mit dem täglichen Austausch von E-Mails begonnen. Ich hatte eine Anzeige als maso/slave aufgegeben und er hatte als Meister nur mit wenigen nichtssagenden Worten darauf reagiert. Ich antwortete trotzdem. Und kaum hatte ich geantwortet und mich auf eine Korrespondenz eingelassen, wollte er tägliche Mails und alles von mir wissen: meine Erfahrungen und Maso-Anlagen, meine Phantasien und Träume, meine Vorstellungen von meinem zukünftigen Meister und einer möglichen SM-Beziehung. Diese fordernde Haltung sollte mich während der sich entwickelnden SM-Beziehung ständig begleiten; dieses Nicht-locker-Lassen, das ich oft bewundert und manchmal gehasst habe; diese festen Vorstellungen und hochgesteckten Erwartungen, wie ein maso auszusehen und sich zu verhalten hat. Sie waren immer präsent und auch notwendig, aber manchmal hätte ich mir weniger Druck und dafür mehr Verständnis gewünscht ...

Bereits in einer meiner ersten Mails hatte ich ihm vorgeschlagen, ihn als Zeichen der Achtung seiner Rolle als Meister und meiner Unterordnung als maso ab sofort nur noch zu Siezen. Wie es schien hatte ich da offene Türen eingerannt, denn er stieg ohne zu zögern sofort darauf ein. Wir behalten es übrigens bis heute bei, sogar nach der Beendigung unserer Beziehung. Dieses SIE schaffte bei aller Vertrautheit und allen Gefühlen, die sich allmählich entwickelten, eine gewisse Distanz und nicht zuletzt eine geile, prickelnde, allgegenwärtige SM-Atmosphäre, und es war nicht zuletzt auch nach außen hin Ausdruck unserer gegensätzlichen Rollen.

Eigentlich sollte ich mich bei unserer ersten Begegnung in der Wohnung nackt ausziehen, auf den Boden knien und mit gesenktem Kopf Fragen beantworten beziehungsweise stellen dürfen. Doch dann saßen wir gemeinsam am Frühstückstisch (in der Papiertüte waren frische Brötchen) und unterhielten uns relativ ungezwungen über unsere Erwartungen und unsere bisherige, vergebliche Suche nach dem richtigen SM-Partner. Die Atmosphäre war freundlich, locker und aufgeschlossen, doch da war auch eine unterschwellige knisternde Spannung, ein Abtasten und Ausloten. Im Verlauf unseres Gesprächs fand ich zunehmend Gefallen an diesem Meister, seiner dominanten, aber nicht herablassenden, seiner fordernden und doch humorvollen Art. Zu der anfangs sofort vorhandenen Sympathie gesellte sich ein zunehmendes Vertrauen. Es war unverkennbar, mein Gegenüber hatte langjährige Erfahrungen und wusste worüber er sprach. Ich spürte, wie sich in mir, nicht zuletzt durch seine allgegenwärtige dominante Ausstrahlung, eine zunehmende Kopfgeilheit breit machte. Diese breitete sich sofort in meine Lendengegend aus, als er mir sein großes, hohes, phantastisch ausgestattetes Spielzimmer zeigte, in welchem wir dann fast das ganze Wochenende verbrachten. Ich hatte nur zu bereitwillig Ja gesagt, als er mich fragte, ob ich für dieses Wochenende sein maso sein möchte. Und es wurde ein äußerst heftiges, saugeiles Wochenende. Außer auf braun stehe ich auf alles, und wir ließen so gut wie nichts aus. Ich wurde angepisst, ausgepeitscht, aufgehängt, im Käfig eingesperrt, nachts angekettet, in Gummi verpackt, in Leder eingeschnürt, in Eisen gelegt ... Seine Phantasie, sein Einfälle, seine Geilheit und auch die meine kannten keine Grenzen.

Dabei hatte er immer ein wachsames Auge auf mein körperliches "Wohlbefinden" - bei extremer Action mit Fesselungen, Atemkontrolle, Folter und so weiter ein MUSS. Genau daran konnte ich erkennen: hier ist ein echter SM-Meister am Werk; mein intuitiv gezeigtes Vertrauen in seine Fähigkeiten und Erfahrungen bestätigten sich und ich wurde gelöster. Wir waren beide ausgehungert nach SM-Action, geil auf SM-Sex.. Ich musste auf dem Boden schlafen, vom Fußboden essen, seine Stiefel lecken, Masken, Hals-, Fuß- und Handfesseln tragen. Das Erstaunliche, das Schöne war, er holte alles aus mir heraus, trieb mich an meine Grenzen und darüber hinaus, ließ mich tief fallen um mich dann wieder aufzufangen. Es gab Strafen, Schläge und Erniedrigung, aber auch Verständnis, Lob und Zärtlichkeit. Für mich war es gerade dieser Gegensatz von geilen, schmerzhaften Erlebnissen und erwachenden Gefühlen, die unsere sich anbahnende SM-Beziehung so einzigartig, so intensiv werden ließ. Das Wochenende war schnell, viel zu schnell vorbei. Ich war total grün und blau geschlagen, erschöpft und total aufgewühlt, aber ich fühlte mich so glücklich, wahnsinnig selbstbewusst und schwebte die darauf folgenden Tage regelrecht. Ich fühlte, dass dieser Meister etwas in mir ausgelöst hatte und mich im doppelten Sinne so schnell nicht wieder loslassen würde. Denn auch er hatte durch dieses gemeinsame Wochenende Gefallen an mir gefunden. Hier war sie, die Chance, meinen Wunsch nach Auslebung meiner SM-Phantasien, mein Bedürfnis nach Abgabe der Verantwortung, nach Schmerzen und Unterordnung auszuleben.

Wir verabredeten uns für die nächsten Wochenenden, und die folgenden dreieinhalb Jahre war ich dann fast jedes Wochenende bei "meinem" neuen Meister. Als maso war es an mir zu ihm zu kommen und nicht umgekehrt, das machte er mir schnell klar. Aber er hatte auch dieses geile Spielzimmer. Das wäre für mich sicherlich in Ordnung gewesen, wenn es nicht den Alltag gegeben hätte, der mich ebenfalls forderte, doch dieser blieb weitestgehend ausgespart, hier blieb ich mir selbst überlassen. Dadurch waren natürlich gewisse Probleme vorprogrammiert: da war einerseits seine ständige Erwartungshaltung an mich als maso und andererseits mein Unvermögen diese Rolle angesichts des auftretenden Alltagsstresses immer zu seiner Zufriedenheit wahrzunehmen. In solchen Ausnahmesituationen verordnete "mein" Meister Wochenend-Zwangspausen, das hieß dann, ich musste daheim bleiben. Doch zu der eigentlich willkommenen Pause gesellte sich schnell ein Gefühl des Unwohlseins, ein Schuldgefühl, seinen Erwartungen nicht zu entsprechen, was dann wiederum den eigentlich beabsichtigten Erholungseffekt schmälerte. Es dauert nur wenige Wochenenden, und ich war bis über beide Ohren in ihn verliebt, wurde zu seinem maso; umgekehrt passierte ähnliches, nur etwas später. Er begann meine Gefühle zu erwidern und wurde zu "meinem" Meister. Letzteres hat er nie so gern gehört, denn wenn seiner Meinung nach ein maso stets seinem Meister, seinem Herrn gehört, der Herr gehört auf keinem Fall seinem maso! Aber es steht außer Zweifel, dass sich bei uns eine gegenseitige Abhängigkeit entwickelte, ich wurde durch ihn zum maso und er durch mich zum Meister. Und wir ergänzten uns ohne Frage in vielerlei Hinsicht. So legten wir in gegenseitiger Absprache eine Reihe von Rechten und Pflichten für beide Seiten fest. Ein halbes Jahr später wurde sogar ein SM-Vertrag von uns unterschrieben. Dieser von ihm initiierte Vertrag stellte unser SM-Beziehung auf eine feste Grundlage, und wir bewegten uns in den folgenden Jahren in seinem Rahmen.

Ich muss gestehen, mein Meister versuchte immer fair zu sein, sich an diesen Vertrag zu halten, ihn mit Leben zu erfüllen und zu erweitern. Ich hatte dagegen gelegentlich Probleme die Vereinbarungen einzuhalten, meiner maso-Rolle gerecht zu werden und noch mehr maso-Pflichten zu übernehmen. Doch unsere SM-Beziehung war deshalb keinesfalls steif und eng, das Gegenteil war der Fall. Trotz aller Pflichten und dem von mir erwarteten höflichen und zuvorkommendem Verhalten "meinem" Meister gegenüber war die Atmosphäre meist sehr ungezwungen und aufgeschlossen. Wir haben sogar oft hemmungslos wie die Kinder herumgealbert. Er sogar mehr als ich. Auch daran denke ich gern zurück.

Eine meiner vorrangigen Aufgaben war es, meinen Meister zu umsorgen und zu pflegen. Er liebte es, von mir, seinem nackten und Halsband tragenden maso, gebadet, am ganzen Körper rasiert, eingecremt, massiert und manikürt zu werden. Das war immer unser Begrüßungsritual, das uns auch half abzuschalten, aus dem Alltag aus- und in unsere SM-Welt einzusteigen. Jeden Tag hatte ich meine Gedanken und Erlebnisse für ihn aufzuschreiben, und es war an ihm mir darauf zu antworten. Oft hatte ich absolut keinen Bock, war müde oder einfach nur zu faul, aber da kannte er, wie in allen anderen Dingen auch, keinen Pardon. Wenn ich das Schreiben auch oft verflucht habe, so habe ich mich doch daran gehalten. Nicht zuletzt dadurch hat er mir eine gehörige Portion Selbstdisziplin beigebracht.

Es hat mir geholfen Erlebtes zu verarbeiten, (ihn auf) Probleme anzusprechen und mich selbst besser kennen zu lernen. Und natürlich hat es ihm einen guten Einblick in meine Gedanken- und Gefühlswelt verschafft. Dadurch war er auch besser in der Lage, auf mich einzugehen und einzuwirken.

Eine andere meiner Aufgaben war es, ihn in Gummi zu stecken, zu verschnüren, ihn schwitzen zu lassen, ihn in den Käfig zu sperren und/oder zu fesseln, seinen Schwanz ausgiebig zu blasen und ihm schließlich einen echt geilen Orgasmus zu verschaffen, der sich meist mordsmäßig laut entlud. Wie man sieht, gab es bei uns keine Trennung zwischen aktiv und passiv. Doch was auch immer wir taten, die Rollen standen fest, denn "mein" Meister bestimmte stets die Richtung, traf die Entscheidung übernahm die Führung und damit auch die Verantwortung. Zugegeben, es machte mir meist Spaß, im SM-Kontext die Verantwortung an ihn abzugeben und mich ihm unterzuordnen, selbst wenn ich gelegentlich darunter litt. Und ihm machte es natürlich Spaß seine Macht zu spüren, mich kämpfen und leiden zu sehen. So seltsam es klingen mag, sein kompromissloser (Nach-)Druck und mein letztendliches Nachgeben, mein Bemühen "meinem" Meister zu gehorchen, ihm zu Diensten zu sein, mich seinem Willen unterzuordnen gaben mir die ganze Zeit über viel Selbstvertrauen und Kraft. Ich war ein maso - sein maso! Mein Gott, war ich stolz auf meine Striemen und blauen Flecken nach einer Session, war ich stolz mit meinem dicken Nasenring, wir beide ganz in Leder, neben ihm durch die Stadt zu gehen, ihn in Gegenwart von Freunden, Bekannten, Kunden mit Sie und Sir anzureden. Neben meiner Liebe zu "meinem" Meister, der Geilheit unserer SM-Action war dieser Stolz und mein gestärktes Selbstbewusstsein wohl der Schlüssel für den langen Bestand unserer Beziehung.

Doch mit meinem gewachsenen Selbstbewusstsein gingen nach gut einem Jahr meine Wünsche, meine Ziele immer mehr über unseren Vertrag hinaus. Ich wollte ihm so gern nicht nur maso, sondern auch Freund und Partner sein. Aber "mein" Meister lebte und lebt in einer festen langjährigen Beziehung, die einmal eine SM-Beziehung war und in die er mich zwar einbezog, die er aber nicht aufgeben konnte und wollte. Nun begann ein langer Weg des Ringens über meine Rolle, meine Wünsche und Ziele und die Suche nach einer Lösung dieses inneren Konfliktes. Nach drei Jahren trennten wir uns, um drei Monate später ausgehungert nach SM-Action wieder aufeinander zutreffen und übereinander herzufallen. Ich unternahm erneut den Versuch mich mit meiner maso-Rolle abzufinden, doch ein halbes Jahr später trennten sich unsere Wege endgültig. Wir hatten keine Lösung für unsere unterschiedlichen Vorstellungen und Wünsche gefunden.

Ich bedauere es, aber gleichzeitig haben diese gemeinsamen Jahre meinen Blick für die Dinge geschärft, die mir wichtig sind. Inzwischen habe ich den Freund, Partner und Meister gefunden, den ich mir immer gewünscht habe. Und so wünsche ich "meinem" ehemaligem Meister, mit ebenfalls geschärftem Blick, den maso zu finden, den er sich ersehnt.. Ein Kapitel ist zu Ende und ein neues hat begonnen...

Der "kleine" maso, dankbar und gewachsen

 
 


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