Herz und Schmerz
Diese Tagebücher beschreiben den Versuch, Verantwortung und Selbstaufgabe als konkrete Verhaltensweisen in Sexualität und Alltag zu verwirklichen. Zwei Männer leisten Pionierarbeit bei der Erkundung einer Lebensweise, die noch immer dem Tabu unterliegt, und das Tagebuch ist als Protokoll ihrer Wünsche und Probleme integraler Bestandteil dieses Versuchs. Hier geht es nicht darum, mal kurz den Macho raushängen zu lassen, sondern um 24 Stunden an 7 Tagen jeder Woche.
12 Jahre nach dem Erscheinen des ersten Bands der Tagebücher bringen wir nun eine inhaltlich gestraffte Fassung aller drei Bände heraus, mit einem Vorwort des Autors zu den vielfältigen Reaktionen, die seine Bücher bisher hervorgerufen haben.
Vom gleichen Autor sind die Handbücher für Sklaven und Meister sowie sein Credo Unterwerfung - Pauls Traum von SM erschienen.
Pauls Bücher liefern wohl den glaubhaftesten und intensivsten Einblick in die Gefühlswelt eines SMlers, zutiefst ehrlich und bar jeder konstruiert ordinären Sprache. SM erscheint hier nicht als abstrakte Idee einer geilen Nacht in Ketten, sondern als Lebenshaltung mit aller Konsequenz.
Männer aktuell
In ungewöhnlich klarer Sprache (ohne auf Pornoheft-Level zu schreiben) schildert der Autor gemeinsam mit seinem Partner den Ablauf des SM. ... Besonders spannend ist die Wandlung vom Meister zum Sklaven und umgekehrt. Der Rollentausch, das selbstverständliche Durchbrechen sog. gesellschaftlicher Beziehungsklischees ist wichtiger Inhalt der Buchserie.
SkinMaker Nr. 15, 6/2002 über Pauls Bücher 1-3
Prädikat: besonders empfehlenswert.
Schlagzeilen Mai 2000
Welch ein Glücksgriff: ein geiles, schönes, berührendes, ästhetisches, ehrliches Buch, das Spaß macht.
Didine van der Platenvlotbrug in "Hinnerk"
Das Buch zeigt SM als Spitze des Eisbergs bürgerlicher Zweierbeziehungen: Wenn die Unterdrückung als erstrebenswerte "Klammer des Zusammenseins" dargestellt wird, zeigt sich SM kaum als "Befreiung aus den Fesseln gesellschaftlicher Maßstäbe" (Nachwort), sondern allenfalls als deren Reproduktion.
hinnerk 10/1999
17-12-83, in Pauls Bett: Leon
Die Aufgabe, die mir Paul, nein, die wir mir auferlegt haben, fällt mir nicht leicht. Ich soll jeden Tag alle meine Gedanken, Gefühle, Erlebnisse zu Papier bringen. Ich will mich bloßstellen vor mir und vor Ihm.
In meinen ersten Wochen bei der Schwulengruppe habe ich Paul als Mann mit sehr viel Kraft im Kopf kennengelernt. Irgendwann habe ich dann bei Ihm geschlafen. Da stand die "Kiste" in Seinem Zimmer, von der ich bisher nur in Andeutungen etwas gehört hatte. Es wurde immer wieder von Pauls "Neigungen" gesprochen und davon, daß die Kiste in Seinem sexuellen Leben eine wesentliche Rolle spielt. Der Inhalt erschreckte mich: Ketten und schwarzes Lederzeug machten mir Angst. Doch die Angst legte sich, und Neugierde oder ein Traum traten an ihre Stelle. Ich stellte mir nachts beim Wichsen vor, daß ich bei Paul im Bett liege und Er die Kiste öffnet. Beim Öffnen blieb der Traum stehen. Ich wußte ja nicht, welche Möglichkeiten in dem Spielzeug steckten. Als ich dann öfter bei Paul schlief, wurden meine Wünsche zu Sehnsüchten. Ständig das Verlangen, daß Paul mir endlich nicht nur einen runterholt. Ihn nach Seiner Kiste zu fragen schien aussichtslos. Ich wußte aus Erzählungen, daß Paul als ausgemachter Masochist sicherlich nie Seine Spielsachen an mir ausprobieren würde. Mich als Sado, das konnte ich mir nicht vorstellen, dazu fehlten mir Erfahrung und Neigung.
Doch unabhängig von der sexuellen Neugierde kam die Zuneigung zu Paul. Sie entwickelte sich zuerst noch unbemerkt, ich dachte viel an Ihn und übernahm Seine Standpunkte in Diskussionen. Ich suchte immer wieder Gelegenheiten, in Seiner Nähe zu sein. Es war keine Liebe auf den ersten Blick, keine Liebe, die sich auf Äußerlichkeiten oder erklärbare Dinge stützt, sondern eine reine Gefühlssache. Ich liebe Paul, auch wenn ich nicht weiß, wohin mich diese Liebe bringt. Ich bin zu allem bereit, um Ihn, und dadurch auch mich, glücklich zu machen.
Es ist ein ganz neues Gefühl, mich mit allen Konsequenzen in Pauls Hände zu geben, die Verantwortung - auch sexuell - einem Mann zu überlassen, zu dem ich uneingeschränktes Vertrauen habe. Mich fallen zu lassen und mich Ihm unterzuordnen. Bis zu welchem Grad mir das so leichtfallen wird wie jetzt, weiß ich noch nicht.
Ich will dieses Buch als das Tagebuch einer Beziehung führen.
Donnerstag nacht, Paul hatte mich gerade mit Seinem Körper, Seinem Spielzeug und Seiner Liebe befriedigt. Ich lag gefesselt an Seinen Körper gedrückt. Mein Halsband hatte Er mit einer Kette an das Bett angeschlossen. Er flüsterte mir ganz leise ins Ohr, daß ich mir morgen in meiner Mittagspause die Schamhaare abrasieren soll. So widerstandslos hatte ich noch nie eine solche Anordnung geschluckt. Ich schlief ein, gefesselt, wie ich war.
Freitag mittag blieb wenig Zeit, über Wenn und Aber dieses Befehls nachzudenken. Ich rasierte die Haare ab und fand es geil, Seiner Anordnung widerstandslos zu gehorchen. Ich will die Abhängigkeit von Ihm und spüre sie bei jedem Schnitt mit dem Messer.
Am Freitag nachmittag konnte ich nur an Paul denken, schon allein deswegen, weil mich die haarlose Glätte um meinen Schwanz erregte.
Abends wollten wir ins Kino gehen. Ich durfte die Dildohose anziehen. Paul legte mir das Lederhalsband an, und ab ging es. Trotz des eher langweiligen Films wird mir der Kinobesuch lange im Kopf bleiben. Ich rutschte unruhig auf dem Sitz hin und her, spürte den Dildo in meinem Arsch. Der Schließmuskel pulsierte. Mein Schwanz, durch das Loch in der Dildohose gepreßt, scheuerte ständig zwischen meinen Oberschenkeln und der Jeans. Auf dem Weg nach Hause wurde ich durch das Scheuern immer geiler. (...)
Im Bett liege ich wieder mit der Kette um den Hals, am Haken festgeschlossen, zufrieden und glücklich an Seinen heißen Körper gekuschelt. Er streichelt mich, Seine lieben Augen, ein lieber Mann.
Es war früh am Abend. Paul wohnt in einer WG, und zusammen mit seinen Mitbewohnern saßen wir im Wohnzimmer vor dem Fernseher. Irgendwann stand Paul auf, wünschte allen eine gute Nacht. Mir flüsterte Er ins Ohr, daß ich gleich mitkommen soll. Wieder im Bett, streicheln, küssen, einige Umarmungen, liebe Blicke, liebe Worte. Er redete immer von Gummizeug, in dem ich heute nacht schlafen müßte. Unbehagen kam bei mir auf. Die ganze Nacht von der Zehenspitze bis über den Kopf in Gummi, angekettet ans Bett, unfähig, mich zu befreien? Die Angst machte mich geil. Paul erzählte mir, daß Er es in diesem Anzug kaum einen Kinobesuch lang ausgehalten hat. Ich sollte es die ganze Nacht ertragen. Erregt, wie ich war, massierte ich meinen Schwanz. Paul bemerkte es natürlich sofort, und ich mußte mir eine Strafe ausdenken. Er war mit dem Versprechen zufrieden, daß ich mich auch in Seiner Abwesenheit nicht mehr dort anfassen würde, ohne Ihn zu fragen.
Paul befahl mir, den Gummianzug auf dem Boden auszubreiten. Gemeinsam puderten wir ihn ein. Erst die Füße hinein, vorsichtig die Hände und Arme. Jetzt zog sich die Gummihaut über meinen Kopf, geschmeidig, elastisch und noch etwas kalt. Blind, wie ich war, legte mich Paul aufs Bett, schob mich hin und her, streichelte über meine zweite Haut. Kribbelig und ganz intensiv war das Gefühl durch den Gummi. Bei jeder Bewegung spürte ich den Widerstand. Paul flippt fast aus, als ich Ihn mit den Händen am ganzen Körper streichle, ich drücke mich an Ihn heran, beginne, langsam Seinen Schwanz zu massieren. Er aalt sich im Bett. Mein Schweiß macht den Gummi rutschig. Ich liege im eigenen Saft, flutsche im Anzug umher, werde geiler und geiler. Paul massiert meinen Ständer durch den Gummi. Stöhnen, geiles Atmen, ich lege mich mit dem Rücken auf Ihn. Seine Massage wird stärker. Ich kann nicht mehr - "Spritz!" - Sein Befehl, und mir schießt der Saft aus dem Schwanz, vermischt sich mit dem Schweiß, wird zwischen Gummi und Haut auf meinem Bauch verteilt. Paul stöhnt, ich wichse Ihn mit meiner schwarzen Gummihand, erst langsam, dann immer schneller, hemmungslos quetsche ich Seinen Schwanz durch den jetzt feuchten Gummi. Ein Schrei - Pauls Sperma spritzt im Bogen und klatscht auf meinen Bauch. Etwas bleibt in Seinem Bart hängen... Entspannt lasse ich mich aufs Bett fallen, schlafe im Gummianzug ein.
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