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Pauls Bücher

Tagebücher einer
SM-Beziehung
hg. v. Joachim Bartholomae

1. Buch: Die Entwicklung

ISBN 3 928983 59 8
geb., 192 S., EUR (D) 17,00

2. Buch: Die Wende

ISBN 3 928983 73 3
geb., 192 S., EUR (D) 17,00

3. Buch: Der Vertrag

ISBN 3 928983 77 6
geb., 192 S., EUR (D) 17,00

jetzt auch als Taschenbuch in einem Band

Leseprobe

Pressestimmen

zum Autor

 
 

Die Edition dieser Tagebücher folgt der authentischen Vorlage. Das Original wurde nur im notwendigen Maß sprachlich bearbeitet und um Redundanzen gekürzt.

In ihrer Gesamtheit zeigen „Pauls Bücher" verschiedene Versuche, Verantwortung und Selbstaufgabe nicht als abstrakte Ideen, sondern als konkrete Verhaltensweisen in Sexualität und Alltag zu verwirklichen. Nachdem „Die Entwicklung" und „Die Wende" vor allem die Schwierigkeiten dieses Wegs gezeigt haben, kommt „Der Vertrag" dem Ziel ein großes Stück näher, gleichermaßen im Leben wie in der schriftlichen Darstellung: Zwei starke Partner verfolgen das gleiche Ziel, sie berichten davon, wie es sich anfühlt, dieser besonderen Art von Symbiose immer näher zu kommen.

Band 1: Die Entwicklung

Die Beziehung von Paul und Leon begann im Jahr 1983. Beide lassen sich auf eine Beziehung ein, in der nichts als sicher gelten kann außer der Liebe, die beider Leben auf den Kopf stellt und sie im Innersten verändert. Das Tagebuch wird zum Medium, in dem sie diese dramatische Entwicklung festhalten, in dem sie sich auch über Dinge austauschen, über die sie nicht sprechen können oder wollen. Einerseits dokumentiert es die sexuelle Praxis, andererseits zeigt es die Kluft, die zwischen Alltag und Sexualität liegt, die harte Arbeit, in der Beziehung zu sich selbst zu finden, Ängste zu überwinden, die getrennten Welten von Familie, Beruf, Alltag und Sexualität zusammenzuführen. Der erste Band umfaßt den Zeitraum von Dezember 1983 bis September 1984.

Band 2: Die Wende

Der zweite Band setzt die Geschichte nicht einfach fort. Die detaillierte Beschreibung sexueller Szenarios läßt nach, dafür gewinnt die Darstellung der Beziehungsproblematik an Raum. Die Rollen werden getauscht und der Eigensinn wächst. Ein Dritter kommt ins Spiel, die Stufenleiter der Hierarchie wird erweitert.


(vergriffen)
 


Band 2
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Band 3
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Band 3: Der Vertrag

Im Januar 1998 erschien in der Box diese Kontaktanzeige: «Devoter Maso in Leder, Uniform, Gummi, 38/178/70, Glatze und Schnauzer, Tattoo und Piercing (PA und BW), schmerzgeil, belastbar und experimentierfreudig, sucht seinen Meister, streng aber fair, mit Grips und Humor, für harten SM und Schulter zum Anlehnen, stehe auf Bondage, Flag, Erziehung, Drill, ... Bin aber nicht nur auf Sex fixiert, es sind auch gemeinsame Unternehmungen und sogar eine feste Beziehung möglich.»

So findet Paul Andreas, seinen neuen Maso. Diesmal wird die Beziehung der beiden von regelmäßig gesendeten E-Mails begleitet; schon in der Kennenlernphase ist für den Maso tägliches Schreiben Pflicht. Sechs Monate später kommt es zur feierlichen Unterzeichnung der ersten Fassung eines „Ausbildungsvertrags".

Obwohl der dritte Band einer Buchreihe, ist „Der Vertrag" in vielerlei Hinsicht sehr verschieden von seinen Vorgängern: Zwei Monate lang läßt Paul sich das Innenleben seines zukünftigen Sklaven in allen Details schildern, bevor es zur ersten Begegnung kommt. Von diesem Zeitpunkt an ist es die Aufgabe des Masos, nach der Rückkehr in seine Stadt die Ereignisse der Wochenenden, die die beiden nun regelmäßig gemeinsam verbringen, zu beschreiben und aufzuarbeiten. Durch den zeitlichen Abstand sind die E-Mail-Texte überlegter als die bisherigen Tagebucheinträge, die oft unter unmittelbarem physischem Druck geschrieben wurden. Darüber hinaus ist Andreas kein Anfänger mehr wie Leon es war, als er Paul kennenlernte. Physisch und psychisch ist er bereits einiges gewohnt, und durch seine ausführlichen E-Mails macht er die Erwartungen an seinen zukünftigen Meister sehr deutlich.


Pressestimmen

Pauls Bücher liefern wohl den glaubhaftesten und intensivsten Einblick in die Gefühlswelt eines SMlers, zutiefst ehrlich und bar jeder konstruiert ordinären Sprache. SM erscheint hier nicht als abstrakte Idee einer geilen Nacht in Ketten, sondern als Lebenshaltung mit aller Konsequenz.
Männer aktuell

... ein Dauerbrenner, wenn nicht schon ein Beststeller, sicherlich ein Muss für schwule Fetisch-M- und SM-Liebhaber
Nürnberger Schwulenpost 3/2006

In den Büchern von PAUL erhält der Leser Einblick in das Wechselspiel von alltäglicher (fast langweilig banaler) Anwesenheit des Sadomasochismus und seines Durchbrechens in Sessions. In ungewöhnlich klarer Sprache (ohne auf Pornoheft-Level zu schreiben)schildert der Autor gemeinsam mit seinem Partner den Ablauf des SM. ... Besonders spannend ist die Wandlung vom Meister zum Dklaven und umgekehrt. Der Rollentausch, das selbstverständliche Durchbrechen sog. gesellschaftlicher Beziehungsklischees ist wichtiger Inhalt der Buchserie.
SkinMaker Nr. 15, 6/2002 über Pauls Bücher 1-3

Alle drei Teile von Pauls Büchern können besser als jedes Lehrbuch die Facettenvielfalt und die intensiven emotionalen Abgründe einer SM-Beziehung "erklären". Diese Bücher gehören in jedes Bücherregal eines schwulen Mannes, der irgendwas mit SM "auf dem Hut" hat.
Bussi Mai, 2000

Prädikat: besonders empfehlenswert.
Schlagzeilen Mai 2000

Welch ein Glücksgriff: ein geiles, schönes, berührendes, ästhetisches, ehrliches Buch, das Spaß macht. Dies ist ein Buch über eine Beziehung, über Sex, und besonders über zwei Menschen: Paul und Leon fangen 1983 eine SM-Beziehung an. Teil der Beziehung wird ein Tagebuch, in dem Leon, der Maso, seine Eindrücke und Fantasien aufschreibt, seine Probleme und Verletzungen darstellt. Paul, sein Meister, antwortet direkt oder indirekt. Durch diesen Dialog kann Leon seinen Meister lenken. "Die Entwicklung" ist ein gut geschriebenes SM-Buch, vor allen Dingen aber das Protokoll einer Beziehung, und so werden die Probleme einer jeden Beziehung beschrieben: die Unfähigkeit, auf den Partner einzugehen, die Übermacht des Alltags oder die verletzenden Eitelkeiten der Seele, aber auch die Chancen: das Entdecken einer gemeinsamen Sexualität, die Inszenierung der Liebe, das tiefe Verständnis für den Anderen, das Sich-Einlassen mit Haut und Haaren. Warum laufen so viele Beziehungen schief? Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, kann man einen Psychologen kontaktieren oder zu diesem Buch greifen. Ich bin wirklich auf eine Fortsetzung gespannt!
Didine van der Platenvlotbrug in "Hinnerk"

Welche verschlungenen Wege Geilheit und die Suche nach Intimität nehmen können, beweist auf faszinierende Weise "Die Wende", der zweite Band von "Pauls Büchern", der Nachfolgeband des S/M-Erfolgs "Die Entwicklung". Hier folgen wir Paul und Leon, wobei Leon nun ganz die Rolle des Sado-Meisters übernimmt. Wer da perverse Spitzfindigkeiten zum Nachstellen erwartet, wird enttäuscht werden, da das Buch sich mehr um die achterbahnartigen Aufs und Abs der Psycho-Beziehungsprobleme des Paares handelt. Das ist oft quälend genauer, tiefer gehend und ausführlicher als jede Session im Spielzimmer, und Paul und Leon schrecken mutig vor keinem Seelenstriptease zurück. Richtiger S/M ist, wie man weiss, weniger eine Sache von härterem Sex als eine Lehre in Unterwerfung, Herrschaft, Hin- und Preisgabe, Auflösung und Verschmelzung. Pauls Aufzeichnungen dauern von September 1984 bis Dezember 1989 (...). Der Verlag verspricht uns für das kommende Frühjahr ein drittes Buch, "Der Vertrag", das den Zeitraum bis heute abdecken wird.
Buch des Monats in Männer aktuell 9/99

"Der Vertrag" ist das reifste und somit zu Recht auch letzte Buch der Reihe, das den Leser nicht nur Voyeurismus spüren, sondern auch Anteil an Gedanken und Gefühlen nehmen lässt... Ein gelungener Einblick in eine für viele sehr mystische Welt.
Schwulst / Sept. 2000

... lohnt sich.
Macho 10/99

Das Buch zeigt SM als Spitze des Eisbergs bürgerlicher Zweierbeziehungen: Wenn die Unterdrückung als erstrebenswerte "Klammer des Zusammenseins"dargestellt wird, zeigt sich SM kaum als "Befreiung aus den Fesseln gesellschaftlicher Maßstäbe" (Nachwort), sondern allenfalls als deren Reproduktion.
hinnerk 10/1999


Aus Band 2:

07-09-84: Paul

Der Tag ist in Wirklichkeit die Erfüllung aller meiner Träume seit zwanzig Jahren. Ich bin so glücklich, endlich als maso leben zu können, daß ich es kaum ausdrücken kann. Ich werde ganz geil beim Schreiben, nur wenn ich an Dich denke, mein Geliebter. Ich bin im Moment soweit, daß ich alles für Dich und für meine Gefühle tun möchte. Gebrauche und begehre mich – bitte! –, denn die Liebe hat sich seit gestern abend derart gesteigert, daß ich Angst habe, Du könntest mich nicht mehr begehren! Bitte schreibe oder sage mir, ob ich Angst haben muß oder ob Du zufrieden mit mir bist und Dir wirklich vorstellen kannst, daß ich Dir dienen kann und Dich lieben darf.

Bitte gib mir drei Schläge mit der Gerte, damit ich weiß, daß die Angst unbegründet ist, und außerdem dafür, daß ich solche Gedanken habe.

Ulla Meineke dudelt, und gerade hab ich Heino im Geschäft angerufen und ihm mitgeteilt, «daß sich das Blatt gewendet hat». Leider konnte Heino nicht so richtig emotional reagieren, aber Du kennst ja Heino, er weiß es trotzdem zu schätzen. Ich hab ein ähnliches Aufbruchsgefühl wie nach der ersten Nacht mit einem Mann, ein Mitteilungsbedürfnis und die Sucht, einige alte Freunde einfach in den Arm zu nehmen. Einfach toll. Ich würde gerne wissen, was heute in Dir vorgeht.

Noch mal zu gestern. Ich war unheimlich aufgeregt. Ich fand Dich derartig meisterhaft im doppelten Sinn, daß ich nur sagen kann: Du hast bis in alle Kleinigkeiten so reagiert, wie ich es immer seit dem 16-12-83 versucht, aber nie geschafft habe. Schon wie Du mit dem Geschirr in die Stube kamst, wie Du mich hast warten lassen, in aller Ruhe (der Ruhe des Überlegenen) mit Deiner Schwester telefoniert hast, obwohl Du bestimmt gewußt hast, daß ich gerade an diesem Abend auf Dich gewartet habe. Unheimlich geil bin ich durch die Maske geworden und erst recht dadurch, wie Du mich an Hals und Fuß mit dem gefesselten und ebenfalls maskierten Frank zusammengekettet hast, dann noch der Befehl, erst nach Frank zu spritzen, obwohl ich total davor war abzuspritzen. Du vor zwei gefesselten, in Ledermasken verborgenen masos, die beide sich selbst wichsen und aneinandergefesselt vor Dir auf dem Bett liegen, und dann Deine Befehle – einfach Wahnsinn. Ich mußte Dich gleich noch mal aufgeilen und wichsen, nachdem ich mir selbst Handschellen angelegt hatte, denn ich darf Dir ja nur noch gefesselt an den Schwanz fassen. Das war Dein erstes Gebot in meiner neuen maso-Zeit. Es war etwas eigenes, von Dir ausgedachtes, und nicht einfach die Umkehr der Regeln, die bis vor ein paar Tagen für Dich maßgebend waren. Das ist Leon, wie ich Ihn kenne, mit eigenem Stil.

Noch eins hat mich sehr beeindruckt: der erste Gertenhieb, als ich vorm Bett stand, dafür, daß ich es gewagt habe, Dich beim Telefonieren zu drängen. Durch den Hieb (eigentlich hab ich ja Glück gehabt, daß die Strafe so mild ausgefallen ist!) ist mir klarer geworden, in welcher Rolle ich jetzt bin, und vor allen Dingen hab ich mir überlegt, daß ich mich durch diese Rolle und die Strafen unheimlich anstrengen kann und muß, um mein Verhalten zu verändern. Das Motzen, Drängen, Aus-der-Laune-heraus-Dir-eins-Reindrücken und so weiter kann verbessert werden. Ich möchte einen anderen Paul. Zwar habe ich mich unter Deinem Einfluß schon enorm verändert, weiß aber auch, wie oft ich Dich einfach runtergemacht und angemotzt habe.

Noch einen Satz zu dem Wichsverbot beziehungsweise zu dem Gebot, nur mit gefesselten Händen zu wichsen. Ich komme nicht darüber weg, eine tolle Idee. Ich hatte gestern zum Beispiel derart oft das Bedürfnis, Deinen Schwanz zu wichsen, durch das Gebot mehr als sonst. Man sieht daran, wie richtig Du denkst.

Nun muß ich Dir gleich von Anfang an einige Sachen gestehen. Zweimal hatte ich gestern noch ganz kleine Anfälle von Überheblichkeit. Ich wollte lachen und die Sachen nicht ernst nehmen und nicht gehorchen. Wenn Du das merkst, bitte gehe sofort dagegen an.

Das erste Reglement habe ich schon ins 3. handschriftliche Buch eingetragen, lies mal. Dabei sind mir zwei Fragen gekommen:

Wie soll ich Dich anreden?

Was ist mit Deiner Geburtstagsfeier im Oktober in Hamburg?

So, jetzt höre ich erst mal auf, Du siehst, was Du alles angerichtet und in Gang gesetzt hast. Fühl Dich nicht überfordert, ich vertraue Dir und kann warten. Trotzdem interessieren mich Deine Gefühle im Moment brennend.

Übrigens: Sekt für Dich ist im Kühlschrank, vielleicht darf ich ja einen Schluck mittrinken.

09-09-84: Leon

Als ich am Freitag nach Hause kam, galt mein erster Gedanke dem Buch. Ich erwartete etwas von Paul, und richtig, Paul schrieb sogar umfangreicher, als ich dachte. Wenn ich an Paul vor einem Jahr denke und ihn jetzt sehe beziehungsweise seine Gedanken verfolge, ist es ein ganz anderer. Daß Paul sich so öffnet, liegt nur zum Teil an mir. Ich glaube, daß so mancher Frust Paul noch vor einem Jahr gehindert hat, solche Anstrengungen sich selbst gegenüber zu leisten. Du brauchst dich meiner Liebe nicht zu versichern. Daß ich dich liebe, gibt mir erst die Kraft, so sicher in meiner Rolle zu sein. Trotzdem werde ich dir die verlangten Schläge genüßlich geben. Ich denke, die Anrede lassen wir bei Leon, doch nur bei Leon – nichts anderes. Ich brauche es nicht, mich von dir in der Öffentlichkeit als Meister anreden zu lassen. Genausowenig werden meine Befehle, Spiele, mein und dein Auftreten auf Öffentlichkeit ausgerichtet sein. Ich werde dich quälen, schlagen, herumscheuchen – nicht, weil ich dein Meister bin oder vor anderen eine Show machen will, sondern weil es mich geil macht, mir Spaß bringt. So werde ich dich auch mal mehr, mal weniger «belasten», wie mir eben danach ist. Auch wird es nicht zu ellenlangen Listen von Ge- und Verboten kommen. Ich erwarte, daß du deine Rolle ganz selbstverständlich lebst und ausfüllst. Doch sieh dich vor, die wenigen Dinge, die ich dir befehle, werden ohne Wenn und Aber gemacht! Dabei fällt mir gerade das erste ein. Wenn ich nach dir rufe, komm gefälligst her und laß mich nicht durch die ganze Wohnung brüllen.

Hamburg ist mir auch im Kopf. Ich will zu meinem Geburtstag vielleicht doch hinfahren. Doch das Brandzeichen? Ich würde gerne für dich Schmerz ertragen, als Zeichen meiner Liebe, egal, ob du jetzt «aktiv» oder «passiv» bist. Doch bin ich mir nicht sicher, ob ein Brandzeichen das Richtige ist.

11-09-84: Leon

Gerade hat Paul den ersten Schlag für meine Liebe gekriegt. Ich habe beschlossen, sie ihm einzeln zu verabreichen, mit mehr Genuß. Paul empfing mich heute mit Gummi-Ganzanzug. Er hat ihn tatsächlich repariert, toll. Doch so geil Paul auch war, er bekam nach dem Schlag keinen hoch. Vielleicht, weil ihm das Spritzverbot im Hinterkopf ist.

Wenn gestern abend nicht ein Freund zu Besuch dagewesen wäre und Paul nicht kränkeln würde, hätte ich ihn windelweich geprügelt. Ich schreib ihm noch ins Buch, daß er meinen wenigen Befehlen tunlichst nachkommen soll, und er provoziert mich den ganzen Abend! Ständig hatte er was zu mosern und auszusetzen. Eines muß dir klar sein, Paul, es gibt sehr wenige Gelegenheiten, bei denen ich dich verletzen, provozieren, reizen will. Also brauchst du nicht so überzureagieren. Wenn ich dich absichtlich provozieren will, dann unmißverständlich und mit anderer Thematik als am gestrigen Abend. Doch wie gesagt, ich mache es kaum, ich will streßfrei mit dir reden, diskutieren können, ohne daß du oder ich etwas hinter jedem Wort heraushören müssen.

Paul bekam zur Strafe auch den heutigen Tag Spritzverbot, außerdem wurde auch vor dem Einschlafen nicht mehr geschmust.

Paul

Ja, Leon, Du hast Recht, ich hab gestern abend provoziert und rumgemotzt und mich nicht selbstverständlich Deinen Befehlen gefügt. Ich habe mich schon gestern im Bett dafür entschuldigt. Wenn Du mich weiter dafür bestrafen willst, wäre es nur gerecht. Trotzdem hier einige Sachen, die die Gründe dafür waren.

Ich muß mich erst daran gewöhnen, schnell und exakt zu folgen. Ich muß erst lernen, daß auch Deine freundlich gesprochenen Wünsche im Grunde Befehle sind. Gestern war ich unheimlich geil und darum genervt, weil sich Leon nicht mit mir befaßte, ich war deshalb auch ein bißchen eifersüchtig. Bedenke, daß es auch mir nicht immer leicht fällt, sofort zu springen, auch wenn ich es gerne möchte. Die Umstellung ist noch neu.

Wenn Du jetzt klarer siehst, woran es liegt, kannst Du auch gezielter vorgehen. Vielleicht mußt Du gerade am Anfang Deine gezeigte Strenge weiterführen. Außerdem lechze ich nach Fesseln und Leder. Und noch eine höfliche Bitte habe ich. Könntest Du Deine Gefühle in Deiner neuen Rolle gerade in den ersten Tagen mehr beschreiben, es interessiert mich sehr, was in Deinem Kopf vorgeht, woher Du die Strenge und die Konsequenz nimmst, die ich so bewundere. Könntest Du auch darauf eingehen, ob und warum Du mit mir zufrieden warst/bist?

Den Fick heute morgen fand ich unheimlich geil. Es hat nicht zuletzt so gut geklappt, weil ich mich Deinen Befehlen (Arsch hoch, entspannen und so weiter) gut fügen konnte. Auch war ich glücklich, Dir meinen Arsch fürs Spritzen so offen zur Verfügung stellen zu können, und glücklich, als Du sehr zufrieden mit mir warst. Ich find es toll und wachse in meine alten Phantasien und Wunschträume rein. Ich warte heute seit zwei Tagen auf Schläge und hatte sie mir oft bildlich vorgestellt.

Jetzt ist das 2. Buch (handgeschrieben) voll. Ich liebe Dich, Leon, so wie noch nie einen Menschen, Dein maso.

Liste: Regeln von Leon an Paul

1: Leons Schwanz nur mit gefesselten Händen anfassen (06-09-84)
2: die Anrede ist Leon, nichts anderes (09-09-84)
3: sofort zu Ihm kommen, wenn Leon ruft (09-09-84)
4: Leon nie anlügen (11-09-84)
5: allen seinen Befehlen sofort gehorchen (11-09-84)
6: nur mit Erlaubnis spritzen (eingeschränkt am 3-10-84: nur zu von Leon angeordneten Zeiten) (29-09-84)
7: keine angelegten SM-Sachen selbst ausziehen beziehungsweise sich selbst daraus befreien (29-09-84)
8: jeden Tag waschen (Körperreinigung für Leon) (02-10-84 )
9: heute habe ich Leon zum letzten Mal gebissen. Ich werde es nicht ein einziges Mal wieder tun (12-10-84)
10: Leon wird mich nie gegen meinen Willen ausleihen (12-10-84)
11: Ich bin Eigentum von Leon. Die Anrede ist darum auch erweitert auf «mein Besitzer» (eingeschränkt am 16-10-84: «Meister» entspricht dem momentanen Stand, «Besitzer» wird angestrebt).(12-10-84 )
12: Da es nun fester Bestandteil geworden ist, muß es auch in die Liste aufgenommen werden: Mein Bett befindet sich grundsätzlich auf dem Boden vor dem Bett meines Meisters auf einem Fell. Es ist eine große Ehre, wenn ich in Ausnahmefällen im Bett zu seinen Füßen schlafen darf (19-10-84)
13: Wenn ich mit anderen Männern etwas anfange (Sex oder Anmache), muß ich sagen, daß es mir mein Meister ausdrücklich erlaubt hat (23-10-84)
14: Wenn mein Meister meinen Schwanz wichst, muß ich fragen, ob ich spritzen darf (27-10-84)
15: aufstehen, wenn Leon im Geschäft in den Raum kommt (Ausnahme beim Essen)
16: bewußt auf mein Äußeres achten
17: Schamhaare regelmäßig rasieren

11-09-84: Paul

Heute ist mir beides unheimlich bewußt geworden:
– der Drang nach Gerechtigkeit und Freiheit
– der Drang, beherrscht zu werden

Komisch, aber diese beiden im Grunde verschiedenen Dinge liegen bei mir so nahe zusammen, daß ich zur gleichen Zeit darauf komme und bei mir – in mir – einen totalen Zusammenhang sehe. Ich kann, das habe ich in den letzten paar Tagen seit der «großen Veränderung» bei uns bemerkt, klarer und deutlicher, auch freier und ruhiger nachdenken. Vielleicht hat mich meine alte Rolle eingeschränkt, vielleicht hab ich unter Streß gestanden.

Leon macht es anders und, wie ich meine, in den vier Tagen gemerkt zu haben, besser und mit mehr Überzeugung. Er vertritt seine Rolle bis ins kleinste Verhalten vor mir, und ich bin begeistert, kann Ihn noch sehr viel mehr und besser lieben. Und nicht zuletzt bin ich permanent geil und fühle mich wohl – ich kann es genießen. Allein Sein kurzer Text vom Sonntag, in dem Er beschreibt, daß Er mich schlagen und quälen will, hat mich unheimlich angemacht. In der kurzen Zeit, seit Er diese «Rolle» spielt, merke ich, Er meint es ernst. Zu sagen: «Ich bin zufrieden» steht mir nicht zu. Ich wünsche mir, Er macht weiter.

12-09-84: Leon

Paul überflügelt sich mit den Einträgen im Buch. Ich denke, es liegt an seiner Rolle, die ja auch mal meine war. Ich konnte als maso deswegen umfangreicher schreiben, weil mir als «Passivem» von Paul «gegeben» wurde. Ich bekam etwas, oder mir wurden Dinge, die in Pauls Kopf gewachsen sind, befohlen. Ich mußte mich fügen und freute mich daran. Deswegen konnte ich darüber auch mehr schreiben. Als Meister reifen die Pläne in meinem Kopf, das heißt, ich muß mich beim Praktizieren nicht mit Neuem auseinandersetzen oder nachher etwas verdauen. Ich weiß ja, was ich beim Akt tun will. Trotzdem will ich versuchen, meine Sicherheit in der Rolle zu beschreiben, zumindest im Lauf der Zeit. Ich bin bei Paul viel sicherer als bei jemandem, den ich in der Sub oder sonstwo anmachen würde. Ich kenne Paul, weiß, was ihm Spaß macht, was er nicht bringt, wie weit ich gehen kann.
... ...

Aus Band 3:

24-4-98: maso
Bewerbung
nachdem ich zweimal die Gelegenheit erhalten habe, mich in Ihre Obhut zu begeben, und ich die mir auferlegten Prüfungen größtenteils bestanden habe, möchte ich mich hiermit um die bei Ihnen vakante maso-Stelle bewerben.
Wie Sie wissen, besitze ich mehrjährige praktische SM-Erfahrung und habe in einer einjährigen SM-Beziehung eine intensive Ausbildung und Erziehung durch meinen damaligen Meister erhalten. Er hat mich nicht nur Demut, Gehorsamkeit und Unterordnung gelehrt, sondern auch meine Fähigkeiten hinsichtlich Ausdauer und Belastbarkeit gefördert und meine Neugier zum Ausprobieren neuer, unbekannter Dinge geweckt. Da meine masochistischen Neigungen nur in einer gut funktionierenden Master-masosklaven-Beziehung ausgelebt und weiterentwickelt werden können, bin ich seit drei Jahren auf der Suche nach einem neuen Meister. Nach unserem zweimaligen Zusammentreffen weiß ich, dass ich diesen in Ihnen gefunden habe. Ihnen ist es gelungen, in kurzer Zeit mein volles Vertrauen zu gewinnen, mir ein Gefühl der Geborgenheit zu geben, Sie bringen mir Verständnis und Zuneigung entgegen, Sie haben meine masochistische Veranlagung, meine diesbezüglichen Potenzen und Fähigkeiten erkannt und begonnen, sie zu fördern. Mit Ihnen und durch Sie kann ich endlich wieder meine Neigungen und Gefühle ausleben: bei Ihnen bin ich in den richtigen Händen!
Natürlich bedarf es noch weiterer Erziehung und Ausbildung, bis ich in der Lage sein werde, Ihre Anforderungen und Erwartungen voll zu erfüllen. Aber ich bin bereit, mich dieser Aufgabe zu stellen und auch fähig, diese zu erfüllen.
Sir, bitte machen Sie mich zu Ihrem maso, Sklaven und Diener. Machen Sie mich zu Ihrem Besitz und ich werde meine Freiheit für Sie aufgeben und Sie fortan als meinen Herrn und Meister betrachten, mich Ihnen unterordnen und mein Leben Ihrem Willen gemäß gestalten.
In Erwartung Ihrer positiven Entscheidung.
Ihr kleiner maso

27-4-98: Paul
Der Anfang
Guten Tag, kleiner maso,
eigentlich ist ja aller Anfang schwer, doch bei uns bin ich anderer Meinung. Aber vielleicht war nur der Anfang leicht und jetzt wird es schwer. Aber lass dir keine Angst machen, ich bin sehr zufrieden mit der Ebene, auf der wir uns jetzt bewegen. Du hast auf jeden Fall die Neigung zu einem maso, die auch schon ausgeprägt worden ist. Insofern werde ich deine Bewerbung, die nun hoffentlich bald vorliegt, sehr wohlwollend prüfen und dann entscheiden, ob wir beide richtig einsteigen können.
Noch mal, lass dir keine Angst machen. Die Entwicklung geschieht ohne Angst, sondern mit Vertrauen und Respekt, wobei wir in diesen beiden Dingen durchaus schon eine gewisse Grundlage geschaffen haben. Soweit war bisher noch kein maso unter meiner Regie in so kurzer Zeit. Grund genug, es konsequent weiterzuentwickeln. Den Respekt meine ich dabei durchaus auf beide Personen bezogen. Ich habe sicherlich Respekt vor deinem Mut und deiner Neigung, SM so auszuleben. Und ich werde diesen Respekt auch in Bezug auf die Weiterentwicklung nie verlieren und es nicht überziehen. So wirst du zwar immer gefordert, aber hoffentlich nie sehr überfordert (nur ein bisschen)!
Mir bringt es großen Spaß, dich konsequent zu erziehen, dich dienen zu sehen und deine wachsende Zuneigung zu genießen. Auch bei mir hat sich in diesen nur drei Treffen viel entwickelt, was meine Gefühle zu dir betrifft. Ich hab dich sehr gern und stehe an der Schwelle zum Verlieben. Dies sind eigentlich ideale Voraussetzungen, um überhaupt SM in dieser Konsequenz betreiben zu können. Also machen wir es doch einfach.
Auf der Ebene der relativ unverbindlichen «Ausprobier-Treffen» hat es sehr gut geklappt. Nun stehen wir allerdings vor einem qualitativen Sprung in eine feste SM-Beziehung. Wir haben uns, nicht nur durch den Sex, sondern auch durch menschliche Begegnung und durch Unterhaltungen, kennen und verstehen gelernt, so dass wir jetzt wirklich in der Lage sind, beide die Entscheidung für eine feste Bindung zu treffen. Deine (erste) Bewerbung und die Diskussion darüber beziehungsweise die daraus entstehende zweite, inhaltliche Bewerbung sind der erste «offizielle» Schritt in diese neue Ebene hin zu einer festen Bindung. Was immer wir beide darunter verstehen, soll dann sicherlich durch Bewerbung, «Einstellung» und Stellenbeschreibung genauer geregelt werden. Hier werde ich nicht nur Dinge festschreiben und festlegen, sondern erwarte von dir die Beschreibung deiner Fähigkeiten, deiner jetzigen Grenzen und deiner Erwartungen. Hieraus ergibt sich dann der Grad und die Schnelligkeit der Entwicklung hin zu einer eigentlichen SM-Beziehung. Davon, das kannst du mir glauben, gibt es nicht viele auf der Welt, so wie ich sie mir vorstelle. Du kannst darin eine wichtige Rolle spielen. Wir haben beide die letzten Jahre gebraucht für die Suche, die innere Reife und unsere Sehnsucht danach, jetzt stehen wir vor der relativ seltenen Chance, es zu verwirklichen.
Ich meine in dir einen maso gefunden zu haben, der nicht nur die devote Veranlagung hat, sondern auch die Reife und die Sehnsucht dafür im Kopf gespeichert hat. Lass sie raus und entwickle sie mit mir gemeinsam. Die Voraussetzungen stimmen, das kann ich nach bisherigen Erfahrungen mit dir sicher sagen. Allerdings musst du ein bisschen dein Herz und deinen Kopf gedanklich öffnen und viel herauslassen, damit du dich selbst mit dieser Entwicklung auseinander setzen kannst und ich weiß, wie dein jeweiliger Stand ist. Glaub mir, dies ist entscheidend für einen derartig tiefen Weg, wie wir ihn vor uns haben. Ohne dies wird es nicht möglich sein. Dazu dient das tägliche (!!!) Schreiben, auch wenn wir zusammen sind. Ich halte dies für eine der wichtigsten Pflichten des masos. Wobei ich dies nicht als eine Pflicht sehe, sondern als eine notwendige Öffnung. Der maso muss für mich durchschaubar sein, selbst in seinen innersten Gedanken. Nur dann kann ich dich ganz beherrschen und in neue Dimensionen führen. Leider haben unsere letzten schriftlichen «Ergüsse», sicherlich bedingt durch deinen Umzug und unsere stürmische Entwicklung, keinerlei Bedeutung, was dein Sich-öffnen betrifft. Es sind eher nette Grüße und Pflichtmails. Unsere Mails vor unserer ersten Begegnung hatten da schon einen inhaltlicheren Charakter, schließlich haben sie bei mir zu dem ersten Treffen überhaupt erst geführt. Ich erwarte also ab heute mehr von dir in dieser beschriebenen Richtung. Irgendwann wirst du selbst davon profitieren und gar nicht mehr anders können, als täglich über SM nachzudenken und deinen Stand abzufragen, vor dir selbst und vor deinem Meister, wer immer das auch sein mag.
Gerade fällt mir auf, wie mein Gehirn wieder, nach langer Zeit, zu sehr großer Form (sm-mäßig) aufläuft. Es geht also wieder los. Eine SM-Phase beginnt bei mir. Insofern nimmst du in eben diesem Gehirn eine gewichtige Stellung ein. Also nutze diese Stellung und sei dir meiner Mühe bewusst.

Ich möchte etwas schreiben zu den Inhalten deiner Bewerbung, deren Bedeutung und den nächsten Schritten.
Eigentlich ist die Bewerbung nicht nur eine Bewerbung im bürgerlichen Sinne, sondern sie spiegelt deinen Stand in Sachen SM wieder und deine Ziele und «Erwartungen» an den Meister. Insofern ist diese Bewerbung auch ein Schritt in der Öffnung deines Kopfes mir gegenüber. Trotzdem hat sie natürlich die Bedeutung des Beginns der festen SM-Beziehung – oder nicht. Du weißt, ich nehme die Sache sehr ernst. Darum habe ich die erste Bewerbung auch schon im Vorwege gelesen und dann «inoffiziell» mir dir besprochen. Hättest du diese Sache vorgetragen oder abgegeben, ich hätte sie ablehnen müssen. Sie war nicht ausreichend und erfüllt nicht den Zweck des Beginns unserer SM-Sache. Als wenn ich es nicht schon wieder geahnt hätte. So hast du noch eine Chance, die allerdings spätestens zu unserer nächsten Begegnung genutzt sein sollte.
Die nächsten Schritte sehen so aus, dass wir uns baldigst wieder treffen, die Bewerbung offiziell von dir vorgetragen wird, besprochen wird und dann bei mir entsprechend der Inhalte dazu führt, dass ich dich annehme oder nicht. Unser anstehender Urlaub in Hamburg und an der See wird uns gut tun, uns voranbringen, da wir viel Zeit miteinander verbringen können. Du bekommst etwas von mir in dieser Zeit, das deine Rolle deutlich macht und gleichzeitig die Zugehörigkeit zu mir ausdrückt. Dies ist dann nach Annahme der Bewerbung das Zeichen für unsere Verbindung. Dann kann die Entwicklung beginnen. Wir werden verschiedene Regeln und Bedingungen zu Beginn festlegen, die dem derzeitigem Stand entsprechen, und, was soll ich sagen, es wird uns beiden nicht nur Spaß bringen, sondern es wird uns in jeder Hinsicht befriedigen.
In Gedanken bin ich bei dir, kleiner maso.
Paul

 
 


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