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Cliff Morten &
Jo Perridge

Seilschaft

Roman

kartoniert,
144 Seiten
12,50 € (D)
ISBN 3 935596 85 5



zum Cliff Morten

Pressestimmen

Leseprobe

 


portofrei bestellen bei www.gaybooks.de

Hochmut kommt vor dem Fall

Zwei harte Männer auf einer Bergtour im Winter. Ein Schneesturm verzögert den Abstieg, die Situation spitzt sich gefährlich zu. Als Schutz vor nächtlicher Kälte ist Körperwärme hilfreich, aber am nächsten Morgen herrscht zunächst betretenes Schweigen. Dann liefern sich Jason und Nico einen erbitterten Kampf darum, wer jetzt das Sagen hat. In diesem Kampf spielt die Unterwerfung des Körpers eine immer wichtigere Rolle. Um Nähe zu erreichen, muss Widerstand gebrochen werden, statt Partnern sind sie abwechselnd Sieger und Verlierer. Ihre Freundschaft scheint schon verloren, aber bis zuletzt ringen sie um eine gemeinsame Basis…

In diesem Frühjahr setzen wir unsere Reihe erotischer Texte mit einem neuen Autorengespann fort. Perridge und Morten konzentrieren sich auf die psychologische Dynamik zwischen zwei Männern, für die "Erobern" mehr als eine blumige Metapher ist. Die drei Tage und drei Nächte ihrer Wanderung bringen Jason und Nico an ihre Grenzen. Die Autoren haben die Intensität dieser Erfahrung in einem faszinierenden Text festgehalten. Nichts für zarte Gemüter!


Pressestimmen

Wer fickt, hat die Oberhand. Mit beeindruckendem Feingefühl zeichnet das Autorenduo die Gratwanderung zweier vormaliger Freunde zwischen tiefer Zuneigung und gekränktem Stolz nach. Die Wende kommt überraschend, doch eines bleibt: herber, tabuloser Sex.
Jonas Brollmann in Männer aktuell

Perridge und Morton arbeiten wie bei einem Thriller bis zur letzten Seite der Erzählung mit überraschenden Wendungen. Und endlich einmal wurde die Handlung einer - übrigens überaus anregenden - Master-Sklaven-Sexstory vom üblichen dunklen Darkroom oder Folterkeller an die frische Luft gesetzt.
Die Besten

Um Längen besser als die Konkurrenz.
Andreas Hergeth in Du & Ich

Eine erotische Geschichte mit Haken und Ösen.
Rolf G.Klaiber in Sergej.münchen

Ein gefährliches Spiel von Unterwerfung und Dominanz
Mario Reinthaler in XTRA


"Nico, du frierst."

Und ja, das war vermutlich eine gute Interpretation. Nico war nicht überzeugt, dass seine Füße noch da waren, aber sehr sicher, dass er sie nicht fühlen wollte, wenn sie erst einmal wieder aufwärmten. Jason drückte sich an ihn, aber die Körperwärme, so vital, drang nicht durch.

Nico biss sich auf die Lippen, grübelnd. Nein, er konnte nicht. Es wäre ... okay, es wäre richtig, aber der Himmel weiß, wie Jason auf den Vorschlag reagieren würde. Zwei Körper. Ein Schlafsack. Nackte Haut.

Er wäre entsetzt. Nico konnte es schon vor sich sehen. Gut, Jason kam klar mit dem Rückenklopfen, den gelegentlichen Umarmungen, den Rugby-Knuffen. Er würde wohl auch ein gemeinsames Bett verkraften, wenn auch mit dem üblichen Geknurre. Aber ...

Jason kramte in seinem Schlafsack. "Hier, nimm deine Kleider zurück. Du brauchst sie."

Nico seufzte: "Und du auch. Hör zu, einer von uns wird frieren, Jason. Es sei denn ..."

Jason sah auf, Überraschung im Gesicht. Offensichtlich hatte er nicht erwartet, dass eine Alternative existierte, dachte Nico amüsiert. Ah, wusste er nicht, dass ein Action-Held immer eine Idee im Hinterkopf hat ...? Allerdings, er hatte nicht mit diesem Ausmaß an Hoffnung in Jasons Gesicht gerechnet. Die Aussicht, einige von den Kleidern wieder abzugeben, war allem Anschein nach nicht sehr verlockend für Jason gewesen, was nahe legte, dass auch ihm ziemlich kalt war.

Na dann ...

Nico hüstelte unnatürlich, jeden Vorwand nutzend, um hinauszuzögern, was er zu sagen hatte. Ihm war bewusst, dass Jason zu ihm aufsah, vertrauensvoll, wartend. Na schön. Wie schlimm konnte es werden? Er wusste verdammt gut, dass dies das bestmögliche Vorgehen war. Okay, Jason könnte es erstaunlich finden.

"Wir müssen uns einen Schlafsack teilen", erklärte er vorsichtig. Jason glotzte ihn an. Nach einigen Momenten ohne jede Reaktion musste Nico sich fragen, ob der Mann überhaupt etwas gehört hatte.

"Zusammen", fügte er hinzu, nur für den Fall, dass er sich nicht klar ausgedrückt hatte.

Jason nickte langsam, seine Augen bekümmert. Nico wusste nicht, ob Jasons Knochen so schmerzten wie seine, aber diese Knochen entwickelten eine große Überredungskunst. Für etwas Wärme hätte Nico mit einem Polarbär geknuddelt.

"Außerdem ...", sagte er langsam. Jason kniff die Augen zusammen, als das "außerdem" in der Konversation auftauchte. Nico legte mehr Nachdruck in seine Worte. "Es ist das Beste, wenn wir möglichst viel nackte Haut aneinander bringen. Um die Körperwärme zu nutzen. Und wir bedecken uns mit dem ganzen restlichen Zeug."

Er wartete auf eine Reaktion. Dumpfes Schweigen begegnete ihm. Auf Jasons Gesicht lag ein Ausdruck intensivster Konzentration, als hätte Nico ihm soeben eine komplexe Rechenaufgabe gestellt. Zuletzt beugte Jason sich ein wenig vor.

"Du sagst also", sein Ton war voller Missbilligung, "dass uns tatsächlich wärmer wäre ohne irgendwelche Klamotten?"

"In einem Schlafsack, unter zusätzlichen Decken", beteuerte Nico hastig. "Ja."

Immer noch Unglauben in Jasons Gesicht. Grüne Augen forschten in seinen, fast wie um die Kringel eines Lachfältchens zu finden, den Beweis für einen Scherz.

Nico begegnete seinem Blick verlegen. Jason kicherte trocken vor sich hin.

"Oh, was für ein perfektes Ende eines perfekten Tages", murmelte er wie zu sich selbst. "Na, ich schätze, du wolltest, dass wir einander näher kommen. Obwohl das ein bisschen zu nahe ist, für meinen Geschmack."

"Du willst nicht?"

"Das hab ich nicht gesagt." Jason schniefte und rollte sich ein Stück zur Seite. Das leise Surren eines Reißverschlusses drang an Nicos Ohr. Jason sah ihn wieder an: "Na, was ist? Kommst du jetzt oder nicht?" Großer Gott, er war wirklich ein wenig belustigt. Nico seufzte einmal mehr vor Erleichterung. Seine Knochen schmerzten, als er sich bewegte.

Es gab ein höllisches Gefummel, Knöpfen, Zippen, Herauswurschteln aus feuchten Unterhemden. Nico war sicher, Jason fröstelte es im übertragenen wie auch im physischen Sinn bei der ersten Berührung mit seinem Körper, aber die Außentemperatur brachte ihn dazu, es auszuhalten. Beide krochen in Nicos Schlafsack, weil der ein bisschen größer war als Jasons. Allerdings, mit Jason an sich gepresst, Stirn an seiner Schulter, Arm um ihn geschlungen, wusste Nico nicht, wie er seinen Körper zum Schlafen bringen sollte.

Verdammter Scheiß. Er hätte gern die Position geändert, wenn es dann für Jason nicht so offenkundig geworden wäre, dass bestimmte Körperfunktionen in Gang gesetzt worden waren. Er konnte die Wärme von Jasons Körper spüren, Jasons Beine um seine gewickelt. Jasons Atem blies weich und sanft in sein Ohr, und sein leises, schläfriges Grunzen ließ Nico erschauern.

Nico schloss die Augen und versuchte an alles andere zu denken als an das, was sein Körper jetzt verlangte. Verdammt sei dieser ganze Mist, verdammt noch mal. Hatte er denn überhaupt keinen Sinn für Timing? Nico seufzte und rutschte leicht hin und her, stoppte aber sofort, als er merkte, dass er über Jasons Glied rieb. Der Schlafsack ließ wenig Spielraum, und Jason drehte sich automatisch mit, wann immer er sich bewegte, unbewusst verhindernd, dass seine menschliche Wärmflasche sich ihm entwand. (...)

 
 


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