Lesungen

Ralf König on Tour

Ralf König liest, zeichnet, signiert seine aktuellen Rowohlt-Titel, Männerschwarm-Alben ...
Aktuelle Termine in den nächsten Wochen auf Ralf Königs Website

Charles Jackson:

Die Niederlage

Charles Jacksons Roman „Die Niederlage“ ist der erste amerikanische Schwulenroman überhaupt. Er erschien zwei Jahre nach Jacksons Bestseller „Das verlorene Wochenende“.

"Wer Charles Jacksons Werk auf das 1944 erschienene Trinkerdrama 'Das verlorene Wochenende' reduziert, täuscht sich: 'Die Niederlage', zwei Jahre später publiziert, ist ein nicht minder packender, souverän erzählter Roman, der skrupellos und mutig schildert, wie das scheinbar solide Lebensfundament eines Mannes in mittleren Jahren ins Wanken gerät und die Eindeutigkeit sexueller Präferenzen außer Kraft gesetzt wird."
Rainer Moritz, Literaturhaus Hamburg

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Dienstag, 18.Oktober 2016, 20.00 Uhr

Autorenbuchhandlung Berlin
Else-Ury-Bogen 599-601
10623 Berlin



 

Marko Martin:

Umsteigen in Babylon

Erzählungen

Daniel, Alter ego des Autors, ist ein Flaneur, der offen ist für neue Erfahrungen und sich ohne Rücksicht auf Verluste auf jede noch so befremdliche Situation einlässt. Dass es dabei immer auch um erotische Abenteuer geht, versteht sich fast von selbst, doch sucht er sie nicht, sie finden ihn – auch da, wo man es vielleicht am wenigsten erwartet: Er schaut sich um, ist neugierig, fängt Blicke auf, lässt sich anmachen, ...

So sind die Erzählungen, die in diesem Band versammelt sind, einerseits erotisch. Es wäre aber nicht Marko Martin, wenn sie sich darin erschöpfen würden: Der Blick in fremde Wohnungen, in die Schlafzimmer, auf die Einrichtungen und Bücherregale, die genaue Beobachtung seiner Gegenüber öffnen den Blick für menschliche Beziehungen, soziale Verhältnisse, Repression, Libertinage, Macht und Ohnmacht.

Eine Nacht in Guatemala-City, ein Morgen in Lissabon, der via Angola nach Schwaben führt; ein Club in Vientiane, dessen Tür plötzlich von innen verschlossen wird: überall zeigen sich Räume für Geständnisse, Geschichten und ein Geschehen, das nicht in Reiseführern zu finden ist. Die jungen Männer, die dem Erzähler auf seinen Streifzügen durch die Kontinente begegnen, die Geschichten, die sie ihm schenken, lassen gar eine Art Utopie aufscheinen: Erfahrungen sind vermittelbar, physische Lust und die reflektierte Freude am Erzählen sind stärker als Tabus und Pressionen. Ob in Bombay, Istanbul oder Tel Aviv, in Madrid, Berlin oder San José - es gibt sehr wohl noch Abenteuer zu erleben in dieser Welt. Marko Martin, ironischer Sprachspieler und skrupulöser Intellektueller zugleich, hat ein mutwilliges Vergnügen daran, ihr literarischer Chronist zu sein.

Und wenn es in den Erzählungen einmal nicht darum geht, geht es deshalb um die Literatur. Mal spiegelt sich eine Begegnung in einem Roman Hanif Kureishis, mal erzählt Daniel von seiner Begegnung mit Edmund White oder anderen literarischen Größen, immer wieder ruft er seine Götter an, ob sie nun Octavio Paz, Neruda, Breton oder Kerouac heißen.


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Freitag, 11. November 2016, 20.30 Uhr

Der literarische Salon
Z-Bar
Bergstraße 2
10115 Berlin-Mitte