Pijpelijntjes

Die Jahre mit Sam
Bibliothek rosa Winkel / Band 86
Übersetzt von Olaf Knechten

Sprache: Deutsch

Erscheinungsdatum: April 2026

216 Seiten

ISBN 978-3-86330-086-8

Hardcover
24,00 €
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Pijpelijntjes

Amsterdam zu Beginn des 20. Jahrhunderts: Die Studenten Joop und Sam wohnen im Amsterdamer Arbeiterviertel De Pijp zur Untermiete. Sam will Arzt werden und arbeitet bereits zeitweise in einem Krankenhaus. Für die zumeist verkrachten Existenzen in der Nachbarschaft sind die »jungen Herren« etwas Besonderes, man fragt sie um Rat und lädt sie zu Teegesellschaften ein. Wo allen klar ist, dass unverheiratete Frauen auf den Strich gehen, macht sich niemand Gedanken über die enge Beziehung der beiden Männer. Joop, der Ich-Erzähler des Romans, ist bis über beide Ohren in Sam verliebt. Manchmal schlafen die beiden auch zusammen, aber im Grunde sehnt Sam sich nach einem ganz »normalen« Leben. Als er Tonja kennenlernt, geht die Beziehung der beiden Männer in die Brüche.

Mit „Pijpelijntjes – Die Jahre mit Sam“ beenden wir unseren Zyklus mit den Werken des niederländischen Schriftstellers Jacob Israel de Haan (1881 – 1924). In diesem frühen Roman ist der Autor noch ganz dem Naturalismus verpflichtet, und er macht sich gleich zwei kulturelle Neuerungen seiner Zeit zu Nutze: die Freiheit, ungeschönt über das harte Leben am unteren Ende der sozialen Skala schreiben und Homosexualität als normale Variante des menschlichen Sexualverhaltens darstellen zu dürfen. Eine Pioniertat, die seinerzeit einen Skandal auslöste und den Autor Job und Mitgliedschaft in der Sozialdemokratischen Partei kostete.

Jacob Israël de Haan

Jacob Israël de Haan, geboren 1881 in Smilde, Niederlande, wuchs in armen Verhältnissen auf. Er machte eine Ausbildung zum Grundschullehrer, studierte Jura und wurde Vertreter einer semiologischen Rechtslehre (»Significa«). Er arbeitete als Journalist und Dichter und veröffentlichte 1904 mit Pijpelijntjes den ersten homosexuellen Roman der Niederlande. Pathologien (OA 1908) ist sein zweiter Roman. Ende der 1910er Jahre schloss sich de Haan der zionistischen Bewegung an und zog nach Israel. Weil ihn der kämpferische Nationalismus der Zionisten zunehmend abstieß, wechselte er zum orthodoxen Judentum und kritisierte in Artikeln für niederländische und englische Zeitungen den Zionismus, was ihm den Hass vieler Mitbürger eintrug. 1924 wurde er von einem Mitglied der zionistischen Haganah ermordet.

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